Pilotenvereinigung wirft Kanzlerin Politik gegen Arbeitnehmerrechte vor

16.05.2014 - 17:11 0 Kommentare

Der Plan der Großen Koalition, in Deutschland ein Gesetz zur Tarifeinheit zu verabschieden, ist der Vereinigung Cockpit ein Dorn im Auge. Nach einem Zeitungsinterview mit der Bundeskanzlerin hat die Pilotenvereinigung weiteren Widerstand angekündigt.

Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit  - © © Vereinigung Cockpit -

Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit © Vereinigung Cockpit

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat heute Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Festhalten an einer Politik gegen Arbeitnehmerrechte vorgeworfen. Anlass ist ein Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Darin hatte Merkel unter anderem erklärt, dass sie trotz des Widerspruchs aus dem DGB am Plan der Großen Koalition festhalte, gegen den Einfluss von Spartengewerkschaften ein Gesetz zur Tarifeinheit durchzusetzen.

Auch wenn sich die Befürworter dieses Vorhabens scheinbar von Einschränkungen am Streikrecht distanzieren, berge ein Festhalten an jedweder Regelung zur Tarifeinheit weiterhin die Gefahr, dass die Einschränkung verfassungsmäßiger Grundrechte durch die Hintertür durchgedrückt werden soll, heißt es in der VC-Erklärung. Das Gleichgewicht der Kräfte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern solle trotz der hervorragenden Lage der deutschen Wirtschaft weiter zugunsten der Arbeitgeber verschoben werden.

„Wer eine Zweiklassengesellschaft der Gewerkschaften vorantreibt, für den sind die Grundrechte des Einzelnen offenbar nur Lippenbekenntnisse,“ so Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit. Die Vereinigung Cockpit sehe nach wie vor keine Möglichkeit einer verfassungskonformen gesetzlichen Einführung der Tarifeinheit und werde daher alle Möglichkeiten nutzen, um ein solches Gesetz zu verhindern.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Die Macht der kleinen Gewerkschaften

Von: airliners.de
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