Pilotengewerkschaft und Lufthansa wollen wieder verhandeln

27.08.2014 - 09:18 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit kehrt im Konflikt mit der Lufthansa um die Frühverrentung der Flugkapitäne an den Verhandlungstisch zurück. Ein Streik ist aber noch nicht ganz vom Tisch.

Ein Pilot der Lufthansa trägt im Flughafen von Frankfurt am Main seine Mütze unter dem Arm.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Pilot der Lufthansa trägt im Flughafen von Frankfurt am Main seine Mütze unter dem Arm. © dpa /Boris Roessler

Wende im Tarifkonflikt mit den Lufthansa-Piloten: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Fluggesellschaft wollen wieder miteinander verhandeln. Ganz vom Tisch ist ein Streik aber noch nicht.

«Die VC erwartet für die am kommenden Donnerstag anberaumten Verhandlungen, dass das Lufthansa-Management seine Forderungen korrigiert und endlich auf einen ernsthaften und ehrlichen Lösungskurs einschwenkt», erklärte die VC. Bis zu einer Einigung halte die VC die Planungen für Arbeitskampfmaßnahmen aufrecht.

Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte den Termin. «Am Donnerstag werden Gespräche aufgenommen, um über den weiteren Prozess zum Verhandlungsverlauf zu sprechen», sagte sie. Die Lufthansa freue sich über die positive Reaktion von Cockpit und darüber, dass die akute Streikgefahr nicht mehr bestehe.

Dieser Interpretation widersprach Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg indes. «Wir wollen eine Einigung», sagte Handwerg. Allerdings seien Streiks am Donnerstag nicht ausgeschlossen, wenn sie rechtzeitig vorher angekündigt würden.

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens hatte die VC am Vortag zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert und ein Schreiben an die Pilotengewerkschaft geschickt. Über den Inhalt wurde weiterhin nichts bekannt.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist ein Streit um die Übergangsrente für die Lufthansa-Kapitäne. Cockpit hatte die Verhandlungen in der vergangenen Woche für gescheitert erklärt und einen Streik angekündigt, Details aber offengelassen. VC betonte, die Verhandlungen seien nicht von der Gewerkschaft abgebrochen worden, «sondern sind an der nicht erfolgten Abgabe eines konkreten, kompromissfähigen Angebots des Lufthansa Managements gescheitert».

VC-Sprecher Jörg Handwerg sagte laut Mitteilung, es gehe nicht um eine Verbesserung der Bedingungen. Die VC habe sich verpflichtet, dass gegenüber dem bisherigen Vertrag Kostensenkungen für Lufthansa erzielt werden. «Hierzu bedarf es aber eines grundsätzlichen Willens seitens des Managements zu einem Kompromiss, statt eines Kahlschlages».

Zudem wirft Cockpit der Lufthansa vor, immer weitere Themen auf die Tagesordnung bei den Verhandlungen zu setzen. Das Management scheine auf Zeit spielen zu wollen. Inzwischen stünden 15 Themen auf der Agenda. «So werden wir nicht fertig», sagte ein VC-Sprecher.

Mehr Informationen zum Pilotenstreik bei der Lufthansa in unserem Thema.

Von: dpa
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