Pilotengewerkschaft droht mit neuen Streiks bei Lufthansa

29.11.2014 - 04:42 0 Kommentare

Die Tarifverhandlungen zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa sind erneut gescheitert. Die Airline bleibt offenbar beim Thema Übergangsversorgung hart. Jetzt drohen Streiks in der Adventszeit.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt. - © © dpa - Boris Roessler

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt. © dpa /Boris Roessler

Die Tarifverhandlungen der Vereinigung Cockpit mit der Lufthansa um die Übergangsversorgung der Piloten sind erneut gescheitert. «Ab sofort muss jederzeit wieder mit Streikmaßnahmen bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings gerechnet werden», erklärte die Piloten-Gewerkschaft am Freitagabend in einer Mitteilung.

Die Lufthansa betonte, sie sei weiter gesprächsbereit. «Wir sind davon überzeugt, dass zukunftsfähige Lösungen nur gemeinsam und am Verhandlungstisch gefunden werden können und setzen deshalb weiterhin auf konstruktive Gespräche», sagte Lufthansa-Sprecher Christoph Maier.

Die Piloten-Gewerkschaft kritisierte jedoch, in mehreren Verhandlungsrunden seit dem letzten Streik im Oktober seien keine echten Fortschritte erzielt worden. Leider habe das Management der Lufthansa die Kompromissvorschläge der Piloten nicht aufgegriffen und beharre auf Maximalforderungen, hieß es in der VC-Erklärung weiter.

«Es wurde deutlich, dass es dem Management nicht um Lösungen geht, sondern darum, ein autokratisches Führungsmodell wie bei den Airlines der Golf-Staaten durchzusetzen», sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. «In einem solchen haben Ansprüche wie Mitbestimmung und gemeinsame Gestaltung von Tarifbedingungen mit dem Personal keinen Raum.»

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef Spohr sieht Piloten an Wendepunkt

Übergangsversorgung und Wings-Strategie bleiben strittig

Lufthansa und Cockpit streiten vor allem um die Übergangsversorgung für rund 5400 Piloten im Konzern. Die Fluggesellschaft will, dass ihre Piloten künftig frühestens mit 60 statt wie bisher mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Piloten wehren sich dagegen. Strittig sind zusätzlich die Gehälter der Piloten und die künftige Billig-Strategie des neuen Konzernchefs Carsten Spohr, die von den Piloten nicht mitgetragen wird.

Wenn die Billigfernflüge mit Lufthansa-Personal durchgeführt werden sollen, müssen beim Personal Kosten eingespart werden. Das hatte Spohr schon länger angekündigt. Das wird die Piloten betreffen, aber auch die Flugbegleiter. Letztere haben sich mit dem Unternehmen bereits auf Gespräche geeinigt.

Der Aufsichtsrat soll am 3. Dezember grundsätzlich über die sogenannte "Wings"-Familie entscheiden, sagte Spohr der Süddeutschen Zeitung. Die Airline schaut sich schon jetzt nach Kooperationspartnern um. Die Verhandlungen mit der deutsch-türkischen SunExpress seien noch nicht abgeschlossen, so Spohr. Auch Condor kann sich eine Zusammenarbeit mit der Lufthansa im Rahmen der "Wings"-Strategie vorstellen.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa einigt sich mit Flugbegleitern beim Thema Billig-Langstrecke

In der Tarifauseinandersetzung hatten Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings seit April knapp 6000 Flüge wegen Arbeitsniederlegungen der Flugkapitäne streichen müssen. Davon waren nach Angaben der Fluggesellschaft von Ende Oktober etwa 660 000 Passagiere betroffen. Die Kosten bezifferte das Unternehmen auf bislang rund 170 Millionen Euro.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: airliners.de mit dpa, AFP
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