Druck auf dauerstreikende Piloten wächst

04.12.2014 - 06:29 0 Kommentare

Im Dauerstreik bei der Lufthansa wächst der öffentliche Druck auf die Piloten. Es ist die zehnte Streikwelle in diesem Jahr - die Proteste aus der Wirtschaft und der Tourismusbranche häufen sich.

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand. © dpa /Boris Roessler

Aufgrund des heutigen Streiks hat die Lufthansa nach eigenen Angaben 62 Flüge streichen müssen. Rund 12.000 Passagiere waren betroffen. Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre Mitglieder zu einem ganztägigen Ausstand auf den Langstrecken- und Frachtmaschinen aufgerufen. Es handelte sich um die zehnte Streikrunde in diesem Jahr.

Laut Lufthansa konnten 94 Flüge durchgeführt werden. Einen guten Teil davon hatte die Airline in Zeiträume außerhalb des bis Mitternacht laufenden Ausstands gelegt. Betroffen waren die Flughäfen in Frankfurt, München und Düsseldorf. Von 15 geplanten Frachtflügen fänden 14 statt, erklärte eine Sprecherin.

In den seit Monaten schwelenden Tarifstreit ist keine neue Bewegung gekommen. Die VC blieb dabei, über das Schlichtungsangebot der Lufthansa zu dem besonders umstrittenen Thema der Übergangsrenten erst zu Beginn der kommenden Woche beraten zu wollen.

Millionen-Schaden, Image-Verlust und ein Brandbrief

Der Druck auf die Piloten nimmt zu. So kommen die Streiks die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen, wie Chefvolkswirt Alexander Schumann vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in der "Bild-Zeitung" beklagte. Den täglichen Schaden bezifferte er auf bis zu 25 Millionen Euro. "Unserem Land geht mit jedem Streik Wertschöpfung verloren", erklärte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Bayern sei als Standort des zweiten Lufthansa-Drehkreuzes München besonders betroffen.

Der deutsche Geschäftsreise-Verband VDR forderte in einem offenen Brief Lufthansa und VC auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Der Streik beschädige das Image der Lufthansa bei den Geschäftskunden nachhaltig. "Sie zerstören ihr Alleinstellungsmerkmal 'Premium', das vor allem für Zuverlässigkeit steht - Zuverlässigkeit bei Service und Sicherheit aber besonders bei Einsatz und Pünktlichkeit", hieß es in dem Brandbrief.

Streiks belasten Tourismusbranche

Auch die Reiseveranstalter klagten. Die Streiks bei Bahn und Lufthansa hätten das Geschäft belastet: "Wir haben hier mittlerweile Verhältnisse wie in Ländern, die wir früher nur milde belächelt haben", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig.

Trotz der Streiks hatte die Lufthansa am Mittwoch einen einschneidenden Umbau ihres Billigangebots auf den Weg gebracht. Mit der Dachmarke Eurowings will der Konzern im harten Preiskampf anderen Billigfliegern die Stirn bieten.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dpa
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