Piloten beraten nächsten Streik bei der Lufthansa

13.07.2015 - 16:01 0 Kommentare

Streik oder Nicht-Streik: Die Piloten der Lufthansa diskutieren über den nächsten Ausstand. Zunächst muss sich die Gewerkschaft jedoch neu aufstellen.

Cockpit einer Boeing 737-700 - © © airteamimages.com - JPC van Heijst

Cockpit einer Boeing 737-700 © airteamimages.com /JPC van Heijst

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berät seit Montag über die nächste Streikrunde. Bei der VC muss sich jedoch die neu gewählte Tarifkommission in einer mehrtägigen Klausurtagung zunächst personell neu aufstellen.

Der langjährige Kommissionsleiter Thomas von Sturm gehört dem Gremium nicht mehr an, sodass sich auch Fragen nach der künftigen Verhandlungsstrategie der VC stellen. Sie hatte in der Vergangenheit tarifliche Themen wie die Betriebs- und Übergangsrenten mit der künftigen Konzernstrategie verknüpft.

Den Aufbau einer Billigschiene unter dem Markendach Eurowings mit geringer bezahlten Piloten im Cockpit will die VC nach Möglichkeit verhindern und hat im laufenden Tarifkonflikt bereits zwölfmal gestreikt. Da eine Konzernentscheidung wie die Eurowings-Strategie jedoch nicht Teil einer Tarifverhandlung sein kann, ging es bei dem Arbeitskampf offiziell ausschließlich um die Betriebs- und Übergangsrenten.

Neue Kandidaten für Kommissionsleiter-Posten

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kandidieren mit Benjamin Sindram und dem vormaligen Pressevorstand Jörg Handwerg zwei mutmaßliche "Hardliner" für den Posten, die Sturms kompromisslosen Verhandlungskurs gestützt hätten. Als möglicherweise etwas moderater gilt der frühere Lufthansa-Aufsichtsrat Jörg Cebulla, der laut "SZ" zur Kandidatur aufgefordert werden könnte.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Schlichtung zwischen Lufthansa und Piloten scheitert

Lufthansa-Vorstandsmitglied Karl-Ulrich Garnadt betonte unterdessen in einem Interview mit dem "Handelsblatt" erneut, wie dringend der Konzern hin zu einer geringeren Kostenstruktur umgebaut werden müsse. "Heute haben wir keine zehn Jahre mehr, auch keine fünf Jahre, um die Lufthansa zukunftsfähig aufzustellen. Die Herausforderungen sind akut, in Brüssel etwa hat der Marktanteil der Low-Cost-Carrier inzwischen 40 Prozent überschritten", sagte der Chef der Passagiersparte.

Ebenfalls am Montag begannen die Gespräche zwischen dem Unternehmen und der Kabinengewerkschaft Ufo - auf der Grundlage eines verbesserten Angebots zu den offenen Rentenfragen, das die Flugbegleiter erst mit einer massiven Streikdrohung erzwungen hatten. Die Gewerkschaft will auf Basis der Gespräche entscheiden, ob die für den gesamten Sommer geltende Streikdrohung vom Tisch genommen wird.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: ch, dpa
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