Piloten engagieren sich für noch mehr Sicherheit im Luftverkehr

07.11.2014 - 15:25 0 Kommentare

Damit das Flugzeug nicht nur das sicherste Verkehrsmittel bleibt, sondern das Fliegen noch sicherer wird, hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit eine neue Kampagne gestartet. Unter dem Slogan "SafeSky" geht es um fünf Schwerpunktthemen.

Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit - © © Vereinigung Cockpit - Michael Fahrig

Ilja Schulz, Präsident der Vereinigung Cockpit © Vereinigung Cockpit /Michael Fahrig

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat jetzt die neue Kampagne „SafeSky 2015“ offiziell gestartet. Damit soll dem immer mehr zunehmendem Luftverkehr Rechnung getragen werden. Damit das Flugzeug weiterhin das sicherste Verkehrsmittel bleibt, müsse auch stetig an den Sicherheitsstandards gearbeitet werden, so VC-Präsident Ilja Schulz bei der Vorstellung der Kampagne während eines Parlamentarischen Abends der VC in Berlin. Bei fünf Themengebieten wird der dringendste Handlungsbedarf gesehen: Kontaminierte Kabinenluft, manuelle fliegerische Fähigkeiten, Verbeugung der Übermüdung der Piloten, umbemannte Flugsysteme sowie Laserblendungen.

Um die Atemluft in Flugzeugen frei von gesundheitsgefährdenden Schadstoffen zu halten, fordert die VC unter anderem den Einbau von Filtersystemen und Sensoren in die heutigen Flugzeugmuster. Sensoren würden ein einfach umzusetzendes Warnsystem ermöglichen. Eine weitere VC-Forderung ist, dass die Piloten ihre fliegerische Fähigkeiten, die „Basic Flying Skills“, stärker trainieren sollten, damit sie Flugzeuge nach Ausfall von Computersystemen manuell fliegen können. Die jährlich gesetzlich vorgeschriebenen Simulatortrainings und Überprüfungen sollten von zwei auf vier verdoppelt werden, sagte Schulz.

Zudem setzt sich die VC dafür ein, Erschöpfung und Übermüdung von Besatzungen vorzubeugen. Das auch als "Fatique" bekannte Problem könnte durch Flugdienstzeitenregelungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse begrenzt werden. Beispielsweise sollte es keine Nachtflüge von mehr als zehn Stunden Flugdienstzeit geben. Erschöpfungserscheinungen sind gar nicht selten: In einer europaweiten Umfrage hatte jeder dritte Pilot angegeben, im Cockpit schon einmal eingenickt zu sein.

Die Piloten fordern auch gesetzliche Regeln zu zwei weiteren sicherheitsrelevanten Problemen. So sollte der Einsatz unbemannter Flugsysteme, sprich Drohnen, durch den Gesetzgeber klar reguliert werden. Unter anderem sollte für den Drohnen-Piloten eine Lizenz auf einem vergleichbaren Niveau zur bemannten Luftfahrt eingeführt werden. Darüber hinaus wird eine Versicherungspflicht gefordert.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Ferngesteuerte Mini-Flieger als Risiko für Luftfahrt

Für Einfuhr von beziehungsweise Handel mit leistungsstarken Lasern sollten ebenfalls strenge gesetzliche Auflagen geschaffen werden. Beispielsweise sollten Laser mit einer Leistung von über 500 Milliwatt unter das Waffengesetz fallen. Doch ob die Geräte als Waffen eingestuft werden können, ist bislang aus Sicht des Bundesinnenministerium fraglich. Dabei hat nach VC-Angaben ein Laser mit einer Stärke von über einem Watt eine Reichweite von mehr als 80 Kliometern. Schon das Mitführen derartiger Geräte ohne einen triftigen Grund sollte bestraft werden, so die Pilotenvereinigung.

Weitere Informationen zu den einzelnen Themen der Kampagne „SafeSky 2015“ gibt es hier.

Von: airliners.de
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