Piloten bieten Lufthansa Gesamtpaket an

24.07.2015 - 16:00 0 Kommentare

Bewegung im Tarifkonflikt: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat der Lufthansa ein Angebot gemacht. Sie wollen auf Geld verzichten - allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Eine Lufthansa-Pilotenmütze und -jacke liegen auf einem Tisch. - © © dpa - F. Rumpenhorst

Eine Lufthansa-Pilotenmütze und -jacke liegen auf einem Tisch. © dpa /F. Rumpenhorst

Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Lufthansa haben die Piloten dem Unternehmen einen Vorschlag unterbreitet. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat nach eigenen Angaben dem Konzern Einsparungen in Höhe von 400 Millionen Euro angeboten, um ein "gemeinsames Bündnis für Wachstum und Beschäftigung" zu begründen. Die Lufthansa begrüßte die Offerte und prüft das Angebot, wie ein Unternehmenssprecher sagte.

Die Piloten wollen zunächst auf Gehaltserhöhungen verzichten und erklären sich bereit, zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand zu wechseln. Dafür soll Lufthansa ihre Pläne aufgeben, Flugzeuge auf Gesellschaften zu verlagern, in denen für Piloten nicht der Konzerntarifvertrag gilt. Zudem sollen erstmals seit 2013 wieder Nachwuchspiloten eingestellt werden.

Streiks werden etwas unwahrscheinlicher

Sollten die Gespräche zügig aufgenommen werden, sieht VC die Möglichkeit, bis zum 1. September Ergebnisse zu erzielen. Im Falle von konstruktiven Verhandlungen werde die Gewerkschaft nicht zu Streiks aufrufen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

Anfang Juli hatte die Pilotengewerkschaft die Schlichtung im Tarifkonflikt für gescheitert erklärt. Bisher haben die Piloten zwölf Mal die Arbeit niedergelegt, um Druck auf die Lufthansa zu machen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Schlichtung zwischen Lufthansa und Piloten scheitert

Zentraler Streitpunkt des Konflikts ist die Altersversorgung der Piloten. Die Lufthansa will die Kosten für die sogenannte Übergangsversorgung künftig nicht mehr übernehmen und die Altersgrenze dafür erhöhen. Bisher können Piloten mit 55 Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen und erhalten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter maximal 60 Prozent ihrer Bezüge weiter.

Cockpit wollte die geplanten Einschnitte bislang nicht akzeptieren. Lufthansa-Chef Carsten Spohr wiederum plant, sein Unternehmen deutlich kostengünstiger aufstellen, um auf wachsenden Preis- und Konkurrenzdruck zu reagieren.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Umbau bei Lufthansa: Passage-Vorstand soll aufgelöst werden

Dazu zählt auch die die Lufthansa-Billigschiene "Eurowings". Unter dieser Marke sollen etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren. Auch das möchten die Piloten verhindern. Über die unternehmerische Strategie wollte die Lufthansa aber bislang nicht verhandeln.

Von: ch, AFP, dpa
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