Piloten stimmen neuem Konzerntarifvertrag zu

14.12.2017 - 15:33 0 Kommentare

Nach 14 Streikrunden ist der langwierigste Pilotenstreik nun endlich beigelegt: Die Piloten der Vereinigung Cockpit stimmen in einer Urabstimmung für den Konzerntarifvertrag mit Lufthansa. Doch an anderer Stelle beim Kranich brodelt es.

Ein Pilot der Lufthansa: Nach 14 Streikrunden ist der Zwist beigelegt. Foto: © dpa, Boris Roessler

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat den langwierigen Pilotenstreit mit Lufthansa beigelegt. In einer Urabstimmung votierten laut Mitteilung 79,0 Prozent der Mitglieder für die Annahme des neuen Konzerntarifvertrags - die Wahlbeteiligung lag bei 91,6 Prozent.

Der neue Vertrag gilt bis zum Juni 2022 und gewährt den rund 5400 Flugzeugführern zeitlich gestaffelte Gehaltserhöhungen von insgesamt 10,3 Prozent sowie eine Einmalzahlung von bis zu 1,8 Monatsgehältern. Trotzdem sinken die Personalkosten im Cockpit laut Lufthansa um 15 Prozent.

325 Flugzeuge sollen bereedert werden

Nach der Vereinbarung sollen die Piloten der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Schnitt mit 60 und damit zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand wechseln können. Sie müssen zudem künftig selbst das Zinsrisiko ihrer Betriebsrenten tragen.

Lufthansa hat sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit KTV-Piloten zu bereedern. Diese sind tariflich bessergestellt als ihre Kollegen bei anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns. Außerdem sollen nach einem jahrelangen Stopp nun wieder Nachwuchs-Piloten zu KTV-Bedingungen eingestellt werden. Im kommenden Jahr sollen es mehr als 500 sein, wie Lufthansa mitteilte.

VC und Lufthansa loben sich

Die VC bezeichnet das im Oktober 2017 ausgehandelte Gesamtpaket als das "umfassendste Tarifpaket der letzten 25 Jahre im Lufthansa-Konzern". Kranich-Personalchefin Bettina Volkens sagte, dass es für Lufthansa "sehr wichtig" sei, "mit den Mitarbeiter des Cockpits wieder gemeinsam die Zukunft zu gestalten".

© dpa, Uwe Anspach Lesen Sie auch: Tarifexperte zur Pilotenschlichtung: "Verkorkst, aber mit diplomatischem Geschick"

Der härteste Pilotenstreik in der Geschichte der Lufthansa ging insgesamt über 14 Streikrunden, bis im Frühjahr dieses Jahres eine grundsätzliche Einigung erzielt worden war.

Noch keine Einigung für Eurowings

Allerdings brodelt an anderer Stelle zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft VC Streit hoch: dem Cockpitpersonal bei Eurowings. Laut dortigem Tarifvertrag hat die VC ein Sonderkündigungsrechht, sobald mehr als 23 Flugzeuge durch die Billigplattform bereedert Damit wollte die VC Branchenkennern zufolge die deutschen Arbeitsplätze der Piloten bei der Lufthansa-Kerngesellschaft schützen.

Mit der Übernahme der insolventen Konkurrentin Air Berlin will Eurowings auch neues Personal anstellen, da eine Einigung mit der VC allerdings scheiterte, müssen die Crews nun zu schlechteren Konditionen bei der tariflosen Tochter Eurowings Europe in Österreich angestellt werden. So die Darstellung von Eurowings. Die VC weist daraufhin, dass man nicht mehr von seinem Sonderkündigungsrechht Gebrauch machen werde.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings: In die (Tarif-) Flucht geschlagen Aviation Management

Von: cs
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