Piloten: Keine gleichzeitigen Streiks bei Lufthansa und Bahn

26.09.2014 - 14:20 0 Kommentare

Die Tarifgespräche bei der Bahn und Lufthansa bleiben festgefahren. Auf Reisende in ganz Deutschland kommen neue Streiks auf der Schiene und an Flughäfen zu. Wann sie kommen, ist aber noch offen.

Eine Maschine der Lufthansa fährt auf dem Rollfeld des Flughafen München an einem Schild mit der Aufschrift

Eine Maschine der Lufthansa fährt auf dem Rollfeld des Flughafen München an einem Schild mit der Aufschrift "Zwei kreuzende Rollwege" vorbei. © dpa /Peter Kneffel

Millionen Reisende und Pendler müssen sich in den nächsten Wochen auf weitere Streiks bei der Lufthansa und der Deutschen Bahn einstellen. Grund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen in beiden Unternehmen. Konkrete Streiktermine gibt es noch nicht. Die Gewerkschaften versicherten am Freitag allerdings, Lufthansa und Bahn nicht gleichzeitig lahmlegen zu wollen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert fünf Prozent mehr Lohn und eine kürzere Wochenarbeitszeit. Zudem verlangt sie, auch für andere Berufsgruppen bei der Bahn verhandeln zu dürfen, die bisher von der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten werden. Der Tarifstreit bei der Lufthansa dreht sich um die Versorgung von rund 5400 Piloten beim Übergang in den Ruhestand.

Feste 24-Stunden-Frist soll es nicht mehr geben

«Wir stimmen uns weiterhin mit der Gewerkschaft der Lokführer ab, damit die Verbindungen nicht gleichzeitig auf beiden Verkehrsträgern ausfallen», sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Jörg Handwerg, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Streiks würden nach wie vor «am Vortag» angekündigt, eine feste Frist von 24 Stunden soll es aber nicht mehr geben.

Das Arbeitsgericht Frankfurt entschied, dass sich die VC nicht zu einer Ankündigungsfrist von mindestens 48 Stunden verpflichten muss. Lufthansa hatte versucht, dies per einstweiliger Verfügung festlegen zu lassen - was das Gericht laut einer Mitteilung vom Freitag jedoch zurückwies. Die durchgeführten Streiks seien vom verfassungsrechtlich geschützten Streikrecht abgedeckt, eine generelle Ankündigungsfrist von 48 Stunden sei nicht begründbar.

Unter den Mitgliedern der GDL läuft noch bis zum 2. Oktober eine Urabstimmung. Danach könnte die Lokführergewerkschaft auch zu unbefristeten Ausständen aufrufen.

Sowohl bei der Bahn als auch bei der Lufthansa waren am Donnerstag die Tarifverhandlungen abermals gescheitert. Die Bahn schloss am Freitag zusätzliche Angebote an die Lokführer aus. «Es ist alles ausgereizt», sagte Personalchef Ulrich Weber in Berlin.

Fünfte Streikwelle kurzfristig abgesagt

Die Piloten hatten vor zehn Tagen ihre bereits geplante fünfte Streikwelle kurzfristig abgesagt und neue Verhandlungen mit Lufthansa zu den Übergangsrenten der Piloten aufgenommen. Am Donnerstag erklärte Cockpit die Gespräche dann aber für gescheitert.

© dpa, F. Rumpenhorst, Lesen Sie auch: Alles zum aktuellen Pilotenstreik auf der airliners.de-Themenseite

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens warf der VC vor, nicht an einer partnerschaftlichen Lösung interessiert gewesen zu sein. Beim Teilprojekt «Jump» für kostengünstigere Langstreckenflüge unter der Marke Lufthansa hätten sich die Piloten nicht offen für entsprechende Regelungen gezeigt.

Nach Einschätzung von Beobachtern könnten nun sogar Leiharbeiter infrage kommen. Nach einer Urabstimmung zu den Übergangsrenten hat die VC seit April in bislang vier Streikwellen 4300 Flüge mit rund 480.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen.

Von: dpa
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