Piloten sorgen sich weiter um Sicherheit im Luftverkehr

12.11.2015 - 17:29 0 Kommentare

Fliegen soll sicherer werden. Diese Forderung hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit jetzt noch einmal bekräftigt. Ihr Konzept für 2016 beinhaltet fünf Schwerpunkte.

Eine A321 am Flughafen Berlin-Tegel. Durch eine bestimmte Fotografie-Technik erscheinen die Lichter als Streifen. - © © AirTeamImages.com - Javier Guerrero

Eine A321 am Flughafen Berlin-Tegel. Durch eine bestimmte Fotografie-Technik erscheinen die Lichter als Streifen. © AirTeamImages.com /Javier Guerrero

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) stellt in einem Konzept für 2016 Forderungen in Sachen Luftverkehrssicherheit. Die Kampagne "Safesky 2016" wurde jetzt in Berlin auf einem parlamentarischen Abend der Gewerkschaft vorgestellt.

Bei den fünf Schwerpunkten handelt es sich um die Themen Fliegen über Krisengebiete, IT-Security, kontaminierte Kabinenluft, unbemannte Flugsysteme und manuelle fliegerische Fähigkeiten. Die letzten drei Bereiche standen auch schon im Konzept für 2015 auf der Agenda, wurden jetzt aber noch einmal bekräftigt.

Auch in Zukunft müsse dafür gesorgt werden, dass Fliegen die sicherste Art des Reisens bleibe, sagte VC-Präsident Ilja Schulz. Daran dürfe auch zum Beispiel der zunehmende Kostendruck nichts ändern.

Deutsche Einrichtung soll Daten über Krisengebiete sammeln

In Sachen Fliegen über Krisengebiete fordert die VC auch aus aktuellem Anlass einen besseren Informationsfluss. Die Politik solle möglichst bald eine Stelle in Deutschland einrichten, die Daten sammelt und dabei auch Zugriff auf Geheimdienste hat, hieß es. Die Behörde soll den Airlines verbindliche Vorgaben in Bezug auf den Flug in und über ein Krisengebiet machen.

Die Pilotenvertreter sehen außerdem Nachholbedarf, was die IT-Sicherheit des Luftverkehrs angeht. Die sensiblen Daten müssten besser vor Angriffen von außen geschützten werden. Bei Flugzeugtechnik gebe es keinen Standard, der zum Beispiel Hacker-Angriffe abwehren könnte, sagte VC-Präsident Schulz. "Die Maschinen sind lange nicht so gut geschützt wie zum Beispiel Konzerne am Boden." Er sieht sowohl die Politik, aber auch die Flugzeughersteller und Airlines in der Pflicht.

Diese Grafik der Pilotengewerkschaft VC zeigt die potentiellen Möglichkeiten für Hacker-Angriffe. Foto: © Vereinigung Cockpit,

Aber auch unbemannte Flugsysteme stellen laut Cockpit eine ernstzunehmende Gefahr für Flugzeuge dar. Die Drohnen-Besitzer müssten Verantwortung übernehmen, sagte die Gewerkschaft und forderte eine Lizenz für Drohnen-Piloten. Außerdem sollten die unbemannten Objekte Flugzeugen generell ausweichen müssen, da sie von den Piloten in der Luft oft erst spät zu erkennen seien.

Ein weiterer Aspekt des Konzepts ist der Kampf gegen kontaminierte Kabinenluft. Das Risiko durch sogenannte "fume events" für Crew und Passagiere solle durch entsprechende Technik gesenkt werden, hieß es. Die VC wies darauf hin, dass es diese Technik bereits gebe - zum Beispiel bei der Boeing 787. Beim "Dreamliner" wird die Kabinenluft aus der normalen Umgebungsluft entnommen, ohne vorher durch ein Triebwerk geleitet zu werden.

© dpa/Fotoreport Airbus Industrie, Lesen Sie auch: Computer im Cockpit: Die Vor- und Nachteile der Elektronik

Zuletzt bekräftigte die Gewerkschaft die bekannte Forderung nach einer besseren Piloten-Ausbildung. "Aufgrund der vielen Technik im Cockpit sind es die Kapitäne und Co-Piloten nicht mehr gewohnt, manuell zu fliegen", so Schulz. "Die manuellen Skills müssen mehr trainiert werden, damit der Pilot im Ernstfall darauf zurückgreifen kann." Der Gesetzgeber sollte regelmäßiges Training vorschreiben. Die derzeitige halbjährlich Überprüfung zum Lizenzerhalt reiche nicht aus, um die manuellen Fähigkeiten der Piloten zu erhalten.

Die 36-seitige "Safesky2016"-Broschüre der VC gibt es hier als PDF-Download.

Von: ch
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