Germanwings-Piloten setzen Streik fort

13.02.2015 - 09:59 0 Kommentare

Zweiter Tag des Pilotenstreiks bei der Germanwings: Auch am Freitag sind zahlreiche Flüge ausgefallen. Der Ersatzflugplan läuft laut Airline-Angaben jedoch "reibungslos".

Check-In-Schalter der Germanwings am Flughafen in Stuttgart.

Check-In-Schalter der Germanwings am Flughafen in Stuttgart.
© dpa - Daniel Naupold

Der Schriftzug "Germanwings - Schalter geschlossen" auf einem Monitor am Flughafen in Stuttgart.

Der Schriftzug "Germanwings - Schalter geschlossen" auf einem Monitor am Flughafen in Stuttgart.
© dpa - Daniel Naupold

Reisende sitzen am Flughafen Köln-Bonn in einem Cafe.

Reisende sitzen am Flughafen Köln-Bonn in einem Cafe.
© dpa - Marius Becker

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings sind auch am zweiten Tag wegen des Pilotenstreiks wieder zahlreiche Flüge ausfallen. Laut Fluggesellschaft lief der Ersatzflugplan auch am zweiten Tag der Arbeitsniederlegungen "reibungslos". Am Freitag fielen 180 von 474 Flügen aus. Am Donnerstag waren bereits von 430 geplanten Flügen 158 annulliert worden.

Durch den Ersatzflugplan fanden laut Germanwings 60 Prozent der Flüge statt. Die Fluggesellschaft hatte unter anderem angekündigt, Flugzeuge und Crews anzumieten sowie Passagiere etwa auf Lufthansa-Flüge umzubuchen. Der Streik der Pilotenvereinigung Cockpit sollte bis Freitag, 23.59 Uhr, dauern.

Ein Sprecher der Gewerkschaft Cockpit zeigte sich "absolut zufrieden". Dass 60 Prozent der Flüge stattfinden, sei abzusehen gewesen. Sie würden auch mit Maschinen des Mutterkonzerns Lufthansa und der Unternehmensschwester Eurowings gewährleistet. Dies müsse Germanwings bezahlen. "Cockpit will ja nicht die Fluggäste bestrafen, sondern Germanwings unter Druck setzen."

Schaden in zweistelliger Millionenhöhe

Dem Unternehmen entsteht nach Angaben von Sprecher Thomas Winkelmann ein wirtschaftlicher Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Angesichts der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Situation habe das Unternehmen keinerlei Verständnis für die neuen Streiks, erklärte er. "Niemand versteht, warum ein junger Copilot jetzt das Recht beansprucht, arbeitgeberfinanziert in etwa 30 Jahren zu unverhältnismäßig hohen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Vorruhestand gehen zu können", erklärte Winkelmann. Cockpit solle an den Verhandlungstisch zurückkehren und einer Schlichtung in der Frage der Übergangsversorgung zustimmen, forderte er.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) warf Cockpit "rücksichtsloses Verhalten zulasten zehntausender Passagiere" vor. Die Gewerkschaft "schwingt den Knüppel ganztägiger Arbeitsniederlegungen in einem hochsensiblen Bereich der Daseinsvorsorge" und lasse "jede faire Streikkultur vermissen", erklärte der Verband. Kritik kam auch von Verdi-Chef Frank Bsirske. Die Piloten "verteidigen im Grunde da eine richtig luxuriöse Alterssicherungsregelung", sagte Bsirske dem SWR mit Verweis auf die harte Konkurrenz in der Branche.

Knackpunkt ist die Altersversorgung

Zwischen Cockpit und dem Lufthansa-Konzern schwelt seit Monaten ein Tarifkonflikt, in dem die Piloten bereits mehrfach streikten. Ein Knackpunkt ist die Altersversorgung der Piloten. Das Unternehmen will die Altersgrenze von 55 Jahren anheben, mit der Lufthansa-Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen und bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer Bezüge erhalten können. Künftige Piloten sollen überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Neuer Tarifvertrag: Lufthansa einigt sich mit Eurowings-Piloten

Streit gab es bis vor kurzem zudem um die neue Billig-Airline Eurowings, deren Gründung der Lufthansa-Vorstand im Dezember bekanntgegeben hatte. Sie soll den deutschen Luftfahrtkonzern im Vergleich mit anderen Billigfliegern konkurrenzfähig machen. Die Angestellten von Eurowings verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen mit einem Konzerntarifvertrag. Allerdings gelang es im Januar, für etwa 300 Eurowings-Piloten einen Tarifvertrag abzuschließen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: AFP
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