Germanwings will trotz Pilotenstreiks Großteil der Flüge durchführen

16.10.2014 - 10:52 0 Kommentare

Der Streit zwischen der Lufthansa und ihren Piloten geht in die nächste Runde: Für den heutigen Donnerstag sind die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings deutschlandweit zum Streik aufgerufen worden. Doch die meisten Flüge sollen stattfinden.

Flüge von Germanwings werden auf dem Flughafen Köln/Bonn auf einer Anzeigetafel als annulliert (cancelled) angezeigt. - © © dpa - Rolf Vennenbernd

Flüge von Germanwings werden auf dem Flughafen Köln/Bonn auf einer Anzeigetafel als annulliert (cancelled) angezeigt. © dpa /Rolf Vennenbernd

Die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings wollen heute ab 12.00 Uhr bis Mitternacht deutschlandweit streiken. Das kündigte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt an. Bedauerlicherweise habe Lufthansa alle Kompromissvorschläge der VC nicht aufgegriffen und mauere weiter, erklärte die Gewerkschaft: «Deswegen müssen sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen».

Germanwings ist vor allem an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen vertreten. Standorte sind Köln/Bonn, Düsseldorf und Dortmund. Darüber hinaus fliegt die Lufthansa-Tochter Berlin, Hannover, Hamburg und Stuttgart an. Etwa 100 von 500 Flügen werden gestrichen, hatte Germanwings am Mittwoch mitgeteilt.

Gestrichene Verbindungen könnten auf der Germanwings-Homepage kostenlos umgebucht oder storniert werden, teilte die Fluglinie mit. Schwerpunkt bei der Flugplanung sei es, die Urlauber aus dem Mittelmeerraum zurückzubringen, sagte ein Germanwings-Sprecher. Dies gelinge nach bisherigem Stand komplett. Inlandsflüge fielen dagegen aus, die Passagiere könnten ab mittags auf die Bahn umsteigen. Die Fluglinie stelle Gutscheine aus.

Rund 500.000 Passagiere von den bisherigen Streikwellen betroffen

Die VC hat seit April in sechs Streikwellen mehr als 4300 Flüge mit rund 500.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Im Tarifstreit geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien bei der Lufthansa zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Nur dort könnten Ergebnisse erzielt werden, sagte er. Zur Tarifautonomie gehörten auch Streiks, sagte der Minister, fügte aber hinzu: "Wenn man so ein hohes Gut in der Hand hat, das gilt für beide Tarifparteien, dann hat man auch einen besonders verantwortungsvollen Umgang damit zu pflegen." Dazu gehöre zu versuchen, die Zahl betroffener Dritter bei Auseinandersetzungen gering zu halten.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Lufthansa bleibt im Streit mit Piloten hart und kündigt Studie an

Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Zudem soll das durchschnittlich zu erreichende Austrittsalter von 58 auf 61 Jahre angehoben werden. Dazu wurden komplexe Übergangsregeln angeboten.

Zuletzt hatten die Piloten die Frachttochter Lufthansa Cargo bestreikt. Der zweitägige Ausstand vergangene Woche hatte nach Angaben der Lufthansa aber nur minimale Auswirkungen. Die Pilotengewerkschaft hatte daraufhin angekündigt, «ein deutlicheres Zeichen setzen» zu wollen.

Von: dpa, dpa-AFX
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