Piloten streiken nach Germanwings-Unglück vorerst nicht weiter

25.03.2015 - 09:31 0 Kommentare

Die Piloten der Vereinigung Cockpit verzichten zunächst auf weitere Streikdrohungen bei der Lufthansa und deren Tochtergesellschaft Germanwings. Hintergrund ist der Absturz der Germanwings-Maschine in Südfrankreich.

Jörg Handwerg, Pressesprecher der Pilotenvereinigung Cockpit

Jörg Handwerg, Pressesprecher der Pilotenvereinigung Cockpit
© dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Flugzeug der Germanwings ist am Flughafen Köln-Bonn durch die Fenster der Abfertigungshalle zu sehen.

Ein Flugzeug der Germanwings ist am Flughafen Köln-Bonn durch die Fenster der Abfertigungshalle zu sehen.
© dpa - Marius Becker

Angesichts des Absturzes des Germanwings-A320 in Frankreich denkt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) derzeit nicht über einen neuen Streik bei der Lufthansa nach. "Wir sind entsetzt und betroffen", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. "Der Arbeitskampf ist für uns aktuell kein Thema mehr."

Das bedeute aber nicht, dass Streiks für eine längere Zeit ausgeschlossen seien, erläuterte der VC-Sprecher. "Es gibt kein Moratorium. Wir haben nur im Moment ganz andere Sorgen, als den nächsten Streik anzudrohen." Handwerg ist selbst Kapitän einer A320.

Der Germanwings-Airbus war am Dienstagvormittag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. In einer Mitteilung der Gewerkschaft warnte Handwerg vor Spekulationen über die Unglücksursache und lehnte Äußerungen zum möglichen Hergang ab.

© dpa, Marius Becker Lesen Sie auch: Absturz der Germanwings-Maschine trifft Lufthansa-Konzern ins Mark

Die VC hat seit April vergangenen Jahres inzwischen zwölf Streikwellen bei der Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings organisiert, um die bestehenden Regelungen zum Vorruhestand zu behalten. Es ist der härteste Arbeitskampf in der Geschichte der Lufthansa.

Nach dem Absturz musste die Fluggesellschaft eine Reihe von Flügen streichen. Es gäbe Crews, die nach dem Absturz nicht fliegen wollten. "Dafür habe die Airline Verständnis", sagte Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann.

Alle Meldungen zum Germanwings-Unglücksflug 4U9525.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dpa, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Pilot der Lufthansa. Piloten stimmen neuem Konzerntarifvertrag zu

    Nach 14 Streikrunden ist der langwierigste Pilotenstreik nun endlich beigelegt: Die Piloten der Vereinigung Cockpit stimmen in einer Urabstimmung für den Konzerntarifvertrag mit Lufthansa. Doch an anderer Stelle beim Kranich brodelt es.

    Vom 14.12.2017
  • Martina Niemann war bereits zwei Jahre lang bei der Lufthansa Group tätig. Air-Berlin-Personalchefin geht zurück zur Lufthansa

    Air-Berlin-Personalchefin Martina Niemann wird "Head of Lufthansa-HR-Management". Nach einer internen Mitteilung des Konzerns, übernimmt Niemann die Stelle bereits zum 1. Februar. Sie ist damit Konzern-Personalchefin Bettina Volkens unterstellt.

    Vom 17.01.2018
  • Am Flughafen München bleibt der Lufthansa-Service "Smart Depart" jetzt dauerhaft. Lufthansa-Service "Smart Depart" in München bleibt

    Die Lufthansa führt ihren Service "Smart Depart" am Airport München dauerhaft ein, wie die Airline mitteilte. Passagiere, die unter der Woche morgens oder nachmittags von München nach Berlin-Tegel, Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg fliegen, profitieren von eigenen Sicherheitskontrollen, nahegelegenen Abfluggates und einer verkürzten Einsteigezeit.

    Vom 17.01.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus