Wie werde ich Pilot?

Pilotenausbildung bei einer Flugschule

23.03.2013 - 16:45 0 Kommentare

Neben dem klassischen Weg über die Bewerbung bei einer Airline können angehende Piloten auch den Weg über eine private, von der Luftfahrtbehörde zugelassene Flugschule einschlagen. Einige Flugschulen bieten dafür durchgehende ATPL-Lehrgänge an. Für Quereinsteiger bietet sich auch die Möglichkeit, schrittweise und beispielsweise nebenberuflich eine Karriere in einem Airline-Cockpit anzustreben.

Mit einer Cessna 208 Caravan über Australien. - © © airteamimages.com - Gabriel Savit

Mit einer Cessna 208 Caravan über Australien. © airteamimages.com /Gabriel Savit

Wie sehen die Voraussetzungen aus?

  • Die Ausbildung kann mit 17 Jahren begonnen werden
  • Allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder ausreichende Kenntnisse in Mathe, Physik, Englisch
  • Tauglichkeitsklasse 1 (Medical)

Der Eignungstest

Wenn keine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife vorhanden ist, wird in der Regel ein eintägiger Test zum Nachweis der benötigten Kenntnisse durchgeführt. Die verschiedenen Flugschulen sind für die Inhalte der Tests verantwortlich.

Ausbildungsablauf

Wer sich für die Privatausbildung entscheidet, kann zwischen einer durchgängigen ATPL-Ausbildung und einer modularen Ausbildung (Lizenz für Lizenz) wählen.

Die durchgängige Ausbildung zum Erwerb einer Verkehrspilotenlizenz ist vor allem für Anfänger ohne Vorkenntnisse zu empfehlen. Aufgrund der Betrachtung der ATPL-Ausbildung als Einheit entfallen einige theoretischen und praktischen Prüfungen. Es wird nur eine theoretische und praktische Abschlussprüfung abgelegt, wobei die theoretischen Kenntnisse bereits nach 18 Monaten im Rahmen einer Prüfung abgefragt werden.

Die modulare Ausbildung gliedert sich in einzelne Teilschritte, die jeweils mit einer Prüfung enden. Vorher erworbene Qualifikationen können teilweise angerechnet und somit die Dauer der Ausbildung verkürzt werden.

Der gesamte Theorieunterricht kann hierbei oft kostengünstig über einen Fernlehrgang in Kombination mit ergänzendem Nahunterricht absolviert werden.

Im Folgenden werden die einzelnen Ausbildungen näher beschrieben (Stand: 12/2010):

Modulare Ausbildung Durchgehende Ausbildung
Privatpilotenausbildung PPL Basisausbildung
Theorieunterricht in sieben Fächern (ca. 100 Stunden)
45 h Flugzeit, davon mind. 25 h mit Lehrer
PPL-Prüfung (Theorie/Praxis) Erwerb PPL-Lizenz PPL-Prüfung (Theorie/Praxis) Erwerb PPL-Lizenz möglich
Ausbildung Nachtflugqualifikation  
5 h Flugzeit bei Nacht
Sammlung von Flugerfahrung Sammlung von Flugerfahrung
50 h Überlandflug als verantwortlicher Flugzeugführer ca. 30 h Soloflugtraining
Instrumentenflugausbildung IR ATPL-Course
ca. 200 Stunden Unterricht in 6 Fächern 30 h FNPT 2 ca. 750 Stunden Unterricht inkl. CBT in 12 Fächern 40 h FNPT 2
20 h Flugausbildung
IR-Prüfung (Theorie/Praxis) Erwerb der IR-Berechtigung
Sammeln weiterer Flugerfahrung 10 h 2mot-Training
100 Flugstunden als Pilot
Berufspilotenausbildung CPL
200 Stunden Unterricht in 8 Fächern 10 h IFR-Training
15h CPL-Flugausbildung
CPL-Prüfung (Theorie/Praxis) Erwerb der CPL-Lizenz
Klassenberechtigung für Zweimotorige Flugzeuge 40 h CPL/IFR
7 Stunden Theorieunterricht
7 Stunden Flugausbildung
Erwerb der MEP(land) Berechtigung 5 Stunden Nachtflug
Verkehrsflugzeugführerausbildung ATPL
300 h Theorie in 12 Fächern
ATPL-Theorieprüfung ATPL-Theorieprüfung in 12 Fächern Prüfungsflüge: CPL-Checkflug und IR-Checkflug (MEP) (können auch kombiniert werden)
MCC-Course (Multi Crew Cooperation)
mind. 25 h (Theorie) mind. 20 h (Simulator) mind. 25 h (Theorie) mind. 15 h (Simulator)
Erwerb des ATPL Erwerb des ATPL
18 – 36 Monate 12 – 36 Monate
45.000 – 75.000 EUR 60.000 – 90.000 EUR

Das Type Rating

Um als Verkehrspilot tätig werden zu können, muss die vorhandene Lizenz ergänzt werden. Dies geschieht durch den Erwerb einer Musterberechtigung, eines sogenannten „Type Ratings“. Der Bewerber muss im Besitz einer CPL/IR mit der MEP-Berechtigung oder der MCC-Lizenz sein, um diesen letzten Ausbildungsabschnitt bei einer TRTO durchführen zu können.

Die mit dem Type Rating erworbene Berechtigung gilt immer nur für ein bestimmtes Flugzeugmuster oder eine Flugzeugfamilie, z. B. die A320-Familie. Es darf damit nur diese Familie geflogen werden, deren Varianten in diesem Fall der A318, A319, A320 und A321 sind.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Type Rating *
Theoretische Ausbildung
Mindestens 90h Theorieausbildung (CBT, CPT, MFTD, Performance Training)
4h System/Performance Test
Praktische Ausbildung
Mindestens 32h Full Flight Simulator
4h Skill Test
Platzrunden mit jeweiligem Muster (6 Starts und Landungen); in einigen Fällen auch Zero Flight Time Training möglich
Ausstellung der Lizenz
5 Wochen + Zeitraum bis zur Durchführung der Platzrunden
14.000 bis 25.000 EUR + 6.000 bis 8.000 EUR (Platzrunden)
Linetraining
Fliegen unter Aufsicht
Anzahl der Stunden in Abhängigkeit der gewählten Airline

* Die Zahlen basieren auf den gesetzlichen Vorgaben, jedoch variiert die Stundenanzahl in der Praxis in Abhängigkeit von Muster und TRTO. Mit Beginn des Type Ratings hat der Trainee 6 Monate Zeit bis zum Abschluss und Eintrag in die Lizenz

Mehr zum Thema Pilotenausbildung:

Der klassische Weg ins Cockpit eines Verkehrsflugzeugs führt über die Bewerbung bei einer Fluggesellschaft. Es winken Kostenübernahme und Arbeitsvertrag. Allerdings sind die Einstiegshürden durch mehrstufige Assessment-Center hoch. Mehr zur Ausbildung über eine Airline.

Die Bundeswehr ist der günstigste, aber gleichzeitig auch der wohl anspruchsvollste Weg zur Pilotenlizenz. Erst nach der Dienstverpflichtung ist ein ziviles Arbeitsleben bei einer Fluggesellschaft möglich. Mehr zum Thema Pilotenausbildung bei der Bundeswehr.

Die möglichen Verdienstaussichten als Pilot bei diversen Fluggesellschaften haben wir im Artikel Das verdienen Lufthansa-Piloten - Bestverdiener im Cockpit genauer betrachtet.

Von: airliners.de, Cockpit4U
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