Piloten lehnen Angebot von Brussels ab

27.06.2018 - 11:32 0 Kommentare

Mit fast 60 Prozent stimmt das Cockpit-Personal gegen den von Brussels angebotenen Vorschlag im Tarifkonflikt. Doch nun soll es vorerst keine neuen Pilotenstreiks bei der Lufthansa-Tochter geben.

Brussels-Chefin Christina Förster und ein Pilot ihrer Airline. - © © BELGA/dpa - Benoit Doppagne

Brussels-Chefin Christina Förster und ein Pilot ihrer Airline. © BELGA/dpa /Benoit Doppagne

Bei der belgischen Lufthansa-Tochter Brussels Airlines geht der Tarifkonflikt mit den Piloten in eine neue Runde: Laut Mitteilung der Gewerkschaften ACLBN, CSC und Setca stimmten knapp 60 Prozent des Cockpitpersonals gegen die federführend von Brussels-Chefin Christina Förster mit ausgearbeitete Lösung.

Der Vorschlag, über den die Piloten zehn Tage lang abstimmten, wurde als Durchbruch in den Verhandlungen gefeiert. Vorausgegangen waren Gespräche, die belgische Medien als "äußerst schwierig" bezeichnen.

Das neue Angebotspaket erfüllte laut Brussels die meisten Anliegen der Belegschaft und hätte ein erhebliches Investment bedeutet. Der Schwerpunkt lag demnach auf den Verbesserungen der Dienst- und Ruhezeiten und anderen Maßnahmen zum Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeit. Zudem sollte eine Prämienregelung enthalten sein.

Airline sucht weiter den Dialog

Trotz der Ablehnung sieht Brussels die Abstimmung positiv: "Wir sehen durch das jetzige Votum deutliche Fortschritte in den Verhandlungen", heißt es auf Anfrage. "Unser Fokus liegt nun darauf, den Dialog mit den Gewerkschaften fortzuführen und bei den Details des Vorschlags zu intensivieren. Wir werden weiter an einer Lösung arbeiten."

Nun drohen aber keine neuen Pilotenstreiks bei Brussels; eine erneute Arbeitsniederlegung schlossen die drei großen Gewerkschaften aus. Stattdessen wolle man mit der Airline-Spitze weiterverhandeln, um doch noch eine Lösung im Sozialkonflikt zu finden.

Streik im Mai kostete rund zehn Millionen Euro

Im Mai legten die Piloten zwei Tage die Arbeit nieder. Zuvor hatten sie eine ausgearbeitete Tariflösung zu 90 Prozent abgelehnt. Der Streik soll die Airline rund zehn Millionen Euro gekostet haben.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Das ist die Tarifsituation bei Eurowings Überblick

Konzernchef Carsten Spohr äußerte in einem Interview scharfe Kritik und verlangte mehr Entgegenkommen von den Brussels-Mitarbeitern. "Ich sage immer zu den Gewerkschaften: Macht, was ihr wollt, aber das Unternehmen wird nur wachsen, wenn die Ergebnisse stimmen. Bis jetzt reichen die Zahlen von Brussels Airlines nicht aus, um neue Flugzeuge zu erhalten."

Von: cs
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