Beruf & Karriere

Der Weg ins Cockpit ist nicht einfach

08.09.2014 - 14:42 0 Kommentare

Ein Verkehrsflugzeug zu steuern ist für viele ein Traumberuf. Doch wer Pilot werden will, muss nicht nur eine ganze Reihe an Voraussetzungen mitbringen, sondern auch anspruchsvolle Tests bestehen.

Piloten im Cockpit eines Airbus A321

Piloten im Cockpit eines Airbus A321
© dpa - Roland Weihrauch

Pilotentraining bei Boeing

Pilotentraining bei Boeing
© Boeing

Pilot im Cockpit eines Airbus A319.

Pilot im Cockpit eines Airbus A319.
© AirTeamImages.com - Olivier Corneloup

First Officer in einer Boeing 777

First Officer in einer Boeing 777
© AirTeamImages.com - Bailey

Piloten in einer ATR-72

Piloten in einer ATR-72
© AirTeamImages.com - Enrique Arencibia

Flugkapitän im Cockpit einer Boeing 777-300ER der Air France

Flugkapitän im Cockpit einer Boeing 777-300ER der Air France
© Air France

Im Cockpit eines Lufthansa-A320

Im Cockpit eines Lufthansa-A320
© Lufthansa

Der klassische Weg ins Cockpit eines Verkehrsflugzeugs führt direkt über eine Airline. Die Vorteile für Bewerber liegen auf der Hand: In der Regel übernehmen die Fluggesellschaften zumindest einen Teil der Ausbildungskosten. Zudem winkt für die Absolventen oft sofort ein Arbeitsplatz. Allerdings verpflichten sich Absolventen im Gegenzug in der Regel, mehrere Jahre lang für die Fluggesellschaft zu fliegen.

Die Anforderungen an potenzielle Piloten ähneln sich bei den Airlines. So wird die Alterspanne der Bewerber beispielsweise bei der Lufthansa mit 18 bis 29 Jahren angegeben. Bei Air Berlin sollten sie zwischen 19 bis 35 Jahre alt sein. Das gilt auch für Condor, die Fluggesellschaft beginnt in diesem Herbst wieder mit einem 24-monatigen Pilotenkurs. Das Sehvermögen sollte innerhalb der Spanne plus-minus drei Dioptrien liegen. Eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife zählt ebenso zu den Voraussetzungen wie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift. Darüber hinaus muss die fliegerärztliche Untersuchung Klasse 1 absolviert werden.

Einstellungstest kann nicht wiederholt werden

In der Regel müssen Bewerber einen generellen Eignungstest sowie eine Firmenqualifikation durchlaufen. Abschließend erfolgt ein Einzelgespräch. Die Einstellungstests können nicht wiederholt werden. Für künftige Piloten vieler Airlines werden sie vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Hamburg („DLR-Test“) Eigungstests durchgeführt.

Beim generellen Eignungstest werden unter anderem die Geschicklichkeit und Reaktionsschnelligkeit überprüft sowie das mathematische, physikalisch-technische und allgemeine Wissen sowie die Englischkenntnisse getestet. Zusätzlich gibt es noch Tests, bei denen die Fähigkeit zur Mehrfachbelastung überprüft wird.

Die Eignungs- und Einstellungstests haben den Ruf, extrem anspruchsvoll zu sein. Nur rund fünf Prozent der Bewerber - so heißt es - sollen sie bestehen. Die Fluggesellschaften betonen dagegen immer wieder, keine „Überflieger“ zu suchen. Was zählt, ist ein allgemein gutes Abschneiden, weniger eine schon fast unnatürliche Perfektion in allen Bereichen.

Wieder Kurse aufgenommen

In diesem Jahr haben unter anderem sowohl Lufthansa als auch Air Berlin wieder Pilotenschulungen im Programm. Air Berlin hatte zwei Kurse für je 15 Teilnehmer angekündigt. Die Schulung erfolge wieder in Kooperation mit der TFC Käufer in Essen, hieß es im Herbst vergangenen Jahres.

Nach eineinhalb Jahren Pause hatte die Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen wieder neue Pilotenschülerinnen und -schüler aufgenommen. Seit August 2012 hatte die Kranichairline die Aufnahme neuer Pilotenschüler ausgesetzt, da der Bedarf bis 2015 gedeckt war. Die Schulungsdauer beläuft sich somit auf 29 bis 33 Monate. Außer in Bremen findet die Schulung in Phoenix/Arizona statt.

Der Eigenanteil an den Schulungskosten beträgt bei der Lufthansa 70.000 Euro. Die Airline stellt ihn bis zur ersten Gehaltszahlung in einer Festanstellung zins- und tilgungsfrei. Bei Air Berlin beläuft sich der Schülerkostenanteil auf 67.500 Euro, dazu kommen Anmeldungs- und Prüfungsgebühren.

Insgesamt betrachtet ist im deutschsprachigen Raum die Nachfrage nach neuen Piloten eher verhalten. Doch weltweit sieht Boeing in den kommenden zwei Jahrzehnten eine starke Nachfrage. Allein in Europa werden in diesem Zeitraum 94.000 neue Verkehrspiloten benötigt, prognostiziert der amerikanische Flugzeugbauer.

© AirTeamImages.com, Bailey Lesen Sie auch: Boeing rechnet mit steigendem Bedarf an Piloten und Technikern

Mehr zum Thema Pilotenausbildung:

Der Weg über eine private Flugschule bietet Flexibilität bei der Ausbildung und bei den Möglichkeiten im späteren Arbeitsleben. Neben durchgehend organisierten Ausbildungsgängen bestehen auch Möglichkeiten für Quereinsteiger. Mehr zum Weg über eine Flugschule.

Die Bundeswehr ist der günstigste, aber gleichzeitig auch der wohl anspruchsvollste Weg zur Pilotenlizenz. Erst nach der Dienstverpflichtung ist ein ziviles Arbeitsleben bei einer Fluggesellschaft möglich. Mehr zum Thema Pilotenausbildung bei der Bundeswehr.

Die möglichen Verdienstaussichten als Pilot bei diversen Fluggesellschaften haben wir im Artikel Das verdienen Lufthansa-Piloten - Bestverdiener im Cockpit genauer betrachtet.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Koffer rollen über eine Gepäck-Transportanlage am Flughafen Frankfurt. Einsamen Koffern auf der Spur

    Beruf & Karriere Sie brauchen manchmal detektivischen Spürsinn, aber auch Einfühlungsvermögen: Gepäckermittler am Flughafen werden aktiv, wenn herrenlose Koffer und ihre Besitzer wiedervereint werden müssen.

    Vom 10.10.2017
  • Lufthansa-Casting für Flugbegleiter. Lufthansa sucht Langstrecken-Flugbegleiter für München

    Lufthansa baut die Langstrecke ab München aus. Dazu benötigt die Airline eigenen Angaben zufolge ab März 1000 neue Flugbegleiter. Rund um die Bayerische Hauptstadt finden daher Castings statt. Ab dem 25. März will Lufthansa von München aus mit dem Airbus A380 nach Hongkong, Los Angeles und Peking fliegen. Zudem kommen weitere A350 zur Flotte.

    Vom 06.10.2017
  • Zollbeamte kontrollieren an einem Flughafen Koffer von Reisenden. Als Anwärter beim Zoll

    Beruf & Karriere Von Schmuggel bis Schwarzarbeit: 1400 junge Menschen beginnen pro Jahre ihre Ausbildung beim Zoll. Sie arbeiten nicht nur am Schreibtisch, auch an Flughäfen kommen sie zum Einsatz.

    Vom 12.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »