Personalmangel: Flugbegleiter werfen Lufthansa Fehlplanung vor

11.05.2016 - 16:25 0 Kommentare

Die Lufthansa hat mit zu wenig Kabinenpersonal zu kämpfen. Das sei lange absehbar gewesen, sagt die Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Die Airline hat inzwischen auf den Vorwurf reagiert.

UFO-Chef Nicoley Baublies - © © dpa -

UFO-Chef Nicoley Baublies © dpa

Der aktuelle Personalengpass beim Lufthansa-Kabinenpersonal ist nach Einschätzung der Gewerkschaft Ufo hausgemacht. Tarifexperte Nicoley Baublies hielt dem Unternehmen jetzt eine Fehlplanung vor, deren Folgen lang absehbar gewesen seien.

Lufthansa hatte am Dienstag erklärt, dass im Sommer auf vielen Langstreckenflügen die Kabinencrew um einen Flugbegleiter reduziert wird. Als Gründe wurden der hohe Krankenstand und hoher Bedarf genannt. Bei der Lufthansa-Mutter sollen noch in diesem Jahr 1400 neue Flugbegleiter eingestellt werden.

Der Krankenstand sei im vergangenen Sommer bei einem umfangreicheren Flugplan höher gewesen, hielt Baublies dagegen. Lufthansa habe schlicht mit zu wenig Personal geplant. Die Neueinstellungen brächten nicht genug Entlastung.

Wir kriegen zu wenige Leute und die werden dann auch nur in Teilzeit eingestellt.

Nicoley Baublies

Dahinter stehe das Arbeitszeitmodell, nach dem Flugbegleiter im Sommer sehr viel, im Winter hingegen kaum noch unterwegs sind. Eine solche 83-Prozent-Teilzeitkraft komme nur auf ein Einstiegsgehalt von 1380 Euro im Monat, sagte Baublies. Das Bewerberfeld sei entsprechend klein und die Abbrecherquote hoch.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte hingegen, dass monatlich rund 1000 Bewerbungen nur für die Kabine eingingen. Die Abbrecherquote in den Lehrgängen sei konstant. Das Unternehmen benötige aber Zeit, die für dieses Jahr geplanten Neueinstellungen zu vollziehen.

© dpa, Valentin Gensch Lesen Sie auch: Lufthansa-Crews warnen vor Personalengpässen

Auch neue Teilzeitkräfte kämen mit Spesen und Zulagen auf ein Monatsgehalt von durchschnittlich 2280 Euro. Im Übrigen entspreche der aktuelle Krankenstand dem aus dem vergangenen Sommer und auch des Gesamtjahres.

Baublies plädierte dafür, auch das Stammpersonal stärker saisonal einzusetzen. Ufo habe dafür zahlreiche Vorschläge vorgelegt, die dem Unternehmen bislang schlicht zu teuer gewesen seien. Auch sollten Berufsanfänger schon während der Schulung unterstützt werden. Für Mittwoch ist eine Sonderversammlung des fliegenden Personals zu diesem Thema in Frankfurt angesetzt.

Von: ch, dpa
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