Mehr Passagiere an großen, weniger an den kleinen Airports

03.02.2017 - 09:25 0 Kommentare

Die großen wachsen, die kleinen schrumpfen: Diese Tendenz zeichnete sich im vergangenen Jahr bei den Passagierzahlen an deutschen Flughäfen ab. Allerdings gibt es Ausnahmen.

Reisende stehen am Flughafen Stuttgart an einer Anzeigetafel. - © © dpa - Wolfram Kastl

Reisende stehen am Flughafen Stuttgart an einer Anzeigetafel. © dpa /Wolfram Kastl

Die meisten deutschen Airports haben ihre Passagierzahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Der Vergleich der gerundeten Zahlen zeigt: Die großen Flughäfen wachsen eher, die kleinen haben eher mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen.

Prozentual gesehen haben von den größeren Airports zahlreiche ihre Fluggastzahlen steigern können - zum Beispiel München, Düsseldorf, Hamburg und Berlin-Tegel. Von den zehn größten Flughäfen haben acht bei den Passagierzahlen zugelegt. Deutschlands größter Airport in Frankfurt stagnierte, Hannover verbuchte ein Minus von einem Prozent.

Fluggastzahlen an Deutschlands größten Airports 2016
Passagiere
Frankfurt 60800000
München 42300000
Berlin-Tegel 21300000
Düsseldorf 23500000
Hamburg 16200000
Köln-Bonn 11900000
Berlin-Schönefeld 11700000
Stuttgart 10600000
Hannover 5400000
Nürnberg 3500000

Quelle: Airport-Angaben

Ein überdurchschnittliches Plus verzeichnete der Airport Köln-Bonn. Er legte um rund 15 Prozent zu. Entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung haben die Low-Cost-Carrier, wie sich bereits im Laufe des Jahres abgezeichnet hatte.

Die Billigflieger haben sich auch positiv auf den Flughafen Berlin-Schönefeld ausgewirkt. Dieser konnte prozentual gesehen noch stärker als Köln-Bonn zulegen. Der kleinere der beiden Hauptstadtflughäfen steigerte seine Fluggastzahlen um 37 Prozent.

Zahlen an kleineren Standorten sinken

Von den kleineren Airports, die bislang ihre Zahlen vorgelegt haben, mussten zahlreiche einen Rückgang bei den Passagierzahlen hinnehmen. Ein größeres Minus gab es beispielsweise am Flughafen Leipzig/Halle: Er kam auf rund sechs Prozent weniger Fluggäste.

Dieses Minus musste auch der Flughafen Friedrichshafen hinnehmen. Der Bodensee-Airport hatte allerdings im vergangenen Jahr gleich zwei Insolvenzen von Airlines zu verkraften, die am Standort operierten. Bremen, Weeze, Dresden, Münster/Osnabrück und Dormtund registrierten jeweils einen Rückgang von mindestens drei Prozent.

Passagierentwicklung der deutschen Flughäfen
Prozentuale Veränderung von 2015 auf 2016
Berlin-Schönefeld 37
Rostock-Laage 31
Köln-Bonn 15
Memmingen 13
Düsseldorf, Karlsruhe 5
Hamburg 4
München, Nürnberg 3
Berlin-Tegel, Stuttgart 1
Frankfurt 0
Hannover -1
Bremen, Weeze, Dresden -3
Dortmund, Münster-Osnabrück -4
Leipzig/Halle, Friedrichshafen -6

Diese Grafik zeigt die Passagierentwicklung der deutschen Flughäfen, die ihre Zahlen für 2016 bereits vorgelegt haben. Die Angaben sind gerundet. Bei einigen Balken sind mehrere Airports angegeben: Diese Flughäfen haben jeweils um den entsprechenden Wert zugelegt oder verloren. Quelle: Airport-Angaben

Zwei Ausreißer gab es jedoch unter den kleineren Flughäfen: Memmingen und Rostock-Laage, die jeweils einen Passagierrekord verbuchen konnten. Der Allgäu Airport wuchs um 13 Prozent. Der bayerische Flughafen machte vor allem Billigflieger wie Ryanair und Wizz Air für das Wachstum verantwortlich.

Der Airport Rostock-Laage wuchs um 31 Prozent. Träger des Erfolges sind an diesem Standort hauptsächlich die Zubringerflüge zu den Kreuzfahrt-Schiffen gewesen.

Airports führen unterschiedliche Begründungen an

Einige der Flughäfen begründeten den Rückgang ihrer Passagierzahlen mit dem schwierigen Umfeld. Genannt wurden beispielsweise die Streiks bei Lufthansa und Eurowings, Terroranschläge, politische Unruhen oder die Türkei-Krise.

Auch den größeren Standorten machte das zu schaffen, offenbar konnten sie diese Probleme aber besser kompensieren. Denn mit München, Düsseldorf, Hamburg, Köln-Bonn und Stuttgart konnten gleich fünf der größeren Airports im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis bei den Fluggastzahlen verbuchen.

© dpa, Marcel Antonisse Lesen Sie auch: Die größten Flughäfen Europas: Amsterdam überholt Frankfurt

Während die Billigflieger an manchen Standorten für Wachstum sorgen, tragen sie an anderen Airports wiederum zu einem Rückgang der Passagierzahlen bei. "Wir beobachten die Entwicklung, dass sich derzeit vor allem die paneuropäischen Low-Cost-Carrier stärker aus der Fläche - also von den kleinen Airports - zurückziehen und auf die großen Flughäfen gehen", sagte Michael Garvens, Präsident des Flughafenverbandes AVD, erst kürzlich im Interview mit airliners.de. "Das führt vor allem bei den kleineren Standorten zu erheblichen Problem

© dpa, Sebastian Gollnow Lesen Sie auch: BDL: Deutscher Luftverkehr fällt im internationalen Vergleich zurück

Von: ch
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