Passagiere mit falschen Pässen wahrscheinlich keine Terroristen

11.03.2014 - 18:52 0 Kommentare

Tag vier nach dem mysteriösen Verschwinden des Flugzeugs und immer noch keine heiße Spur. Zwei vermeintlich verdächtige Iraner an Bord haben keine Terrorverbindungen.

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines - © © AirTeamImages.com - Bailey

Eine Boeing 777-200 der Malaysia Airlines © AirTeamImages.com /Bailey

Verdächtige Passagiere an Bord des verschwundenen Flugzeugs aus Malaysia haben in den vergangenen Tagen die Spekulationen in alle Richtungen blühen lassen - nun gehen die Ermittler von einem Fall von Menschenschmuggel aus. Die beiden Passagiere mit falschen Pässen seien "wahrscheinlich" keine Terroristen, erklärte die Interpol am Dienstag. Vielmehr stecke dahinter wohl ein Schleuserring.

"Es ist Teil eines Menschenschmuggel-Falls und nicht Teil eines Terrorfalls", sagte Generalsekretär der internationalen Polizeibehörde, Ronald K. Noble, in Lyon. Die beiden Passagiere mit falscher Identität seien Iraner gewesen. Sie waren mit gestohlenen Pässen aus Österreich und Italien in Kuala Lumpur an Bord der Maschine von Malaysia Airlines gelangt.

Einer der Iraner wollte nach Angaben der malaysischen Polizei offenbar nach Deutschland einwandern, sein Ticket ging von Peking weiter nach Frankfurt am Main. Der andere Iraner habe Kopenhagen als Ziel gehabt. Offenbar wollten die 18 und 29 Jahre alten Männer ein neues Leben in Europa beginnen - und begaben sich deshalb in die Hände einer Schleuserbande. Die Pässe waren ihren rechtmäßigen Besitzern in Thailand gestohlen worden.

Interpol-Chef Noble sagte nun aber mit Blick auf die gestohlenen Identitäten: "Je mehr Informationen wir bekommen, desto eher kommen wir zu dem Schluss, dass es kein Terrorvorfall war." Die beiden Iraner hätten Kuala Lumpur verlassen, um einen Flüchtlingsstatus zu bekommen. Nun könnten sich die Polizeibehörden auf die "kriminelle Bande" konzentrieren, die ihnen die Reise ermöglicht habe.

Auch die Behörden in Thailand verfolgen die Spur eines Schleuserrings: "Wir glauben, dass die Pässe von einer Menschenschmuggler-Bande gestohlen wurden, die Menschen zum Arbeiten vor allem nach Europa schickt", sagte Polizeichef Panya Maman. Die Tickets der beiden hatte ein Mittelsmann namens Ali in Pattaya in Thailand gekauft, wie die Polizei mitteilte. Er hatte die Männer zunächst auf andere Flüge gebucht, entschied sich dann jedoch zwei Tage vor dem Abflug für die spätere Unglücksmaschine, weil die Tickets billiger waren.

Der Iran versprach seinerseits Hilfe bei der Aufklärung. Die Botschaft in Malaysia sei mit den dortigen Behörden wegen des Falls in Kontakt, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Teheran. Immer mehr Iraner - vor allem junge Leute - haben ihr Heimatland in den vergangenen Jahren in Richtung asiatischer Länder verlassen. Von dort aus versuchen sie dann, nach Europa oder auch in die USA und Kanada zu gelangen.

Damit verlief eine mögliche heiße Spur zur Klärung des mysteriösen Verschwindens von Flug MH370 im Sande, obwohl der US-Geheimdienst CIA noch nicht davon überzeugt ist, einen Terroranschlag auszuschließen. Von dem Flugzeug fehlte auch am Dienstag jede Spur. Die Behörden haben die Suchzone inzwischen auf die doppelte Größe erweitert, Schiffe aus mehreren Ländern suchen im Südchinesischen Meer sowie in der Straße von Malakka nach der Maschine oder Überresten von ihr - bisher ohne jeden Erfolg.

Von: AFP, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Das norwegische Forschungsschiff Seabed Constructor. Suche nach Flug MH370 geht weiter

    Fast vier Jahre nach dem Verschwinden von Flug MH370 wird nun im Indischen Ozean erneut nach Wrackteilen gesucht. Wie der "Economist" berichtet, soll das norwegische Forschungsschiff Seabed Constructor täglich in bis zu 6000 Metern Tiefe über 1200 Quadratmeter Fläche scannen. Die Suche nach dem Flugzeug war Mitte Januar 2017 offiziell eingestellt worden.

    Vom 04.01.2018
  • Eine Drohne unterwegs im Sonnenuntergang. 2017 knapp 90 Drohnen-Zwischenfälle in Nähe von Flugzeugen

    70 Mal sind im vergangenen Jahr laut Flugsicherung Drohnen in der Nähe deutscher Flughäfen gesichtet worden. Weitere 18 Mal entdeckten Piloten die Flugkameras auf der Strecke. Damit hat sich die Zahl gefährlicher Begegnungen im Luftraum nicht so stark wie befürchtet erhöht.

    Vom 12.01.2018
  • Blick auf den Flughafen Köln/Bonn. Flugausfälle am Airport Köln/Bonn

    Ein fußgroßes Loch in einer Piste am Flughafen Köln/Bonn hat am Dienstag zu Verzögerungen geführt. Zwischen zehn und 13 Uhr fielen zwei Flüge aus, teilte der Airport mit. Einige Flieger konnten starten, weil nur ein Teil der Runway für die Reparatur gesperrt wurde. Die zweite Bahn wird noch bis März saniert.

    Vom 10.01.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »