Richtfest für neues Terminal 2 am Pannenflughafen BER

30.07.2019 - 12:35 0 Kommentare

Die Berliner Flughafengesellschaft (FBB) feiert am BER Richtfest für Terminal 2, in dem ab 2020 bis zu sechs Millionen Passagiere abgefertigt werden sollen. Die FBB baut aber nicht selbst, sondern lässt das Gebäude schlüsselfertig errichten.

BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup (links) und Zech-Group-Chef Kurt Zech (rechts)

BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup (links) und Zech-Group-Chef Kurt Zech (rechts)
© Flughafen Berlin Brandenburg - Thomas Kierok

Visualisierung des Terminal 2 am Flughafen BER

Visualisierung des Terminal 2 am Flughafen BER
© Flughafen Berlin Brandenburg

So soll der Eingang des künftigen Terminals 2 am BER aussehen.

So soll der Eingang des künftigen Terminals 2 am BER aussehen.
© FBB

Schlüsselfertig und einfach gebaut: Diese Vorgaben sollen beim Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens weitere Termin- und Kostendebakel verhindern. Rund zehn Monate nach Baubeginn zogen die Verantwortlichen am Dienstag in Schönefeld den Richtkranz über einem weiteren Terminal hoch, das Platz für zusätzliche sechs Millionen Passagiere im Jahr bieten soll. Ein Generalunternehmer baut das Terminal 2 nach einfachem Industriebaustandard.

"Es ist keine Kathedrale des Verkehrs", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Eine solche Kathedrale habe man schon mit dem Hauptterminal T1, das von Oktober 2020 an bis zu 27 Millionen Fluggäste im Jahr nutzen sollen. Seine Eröffnung lässt seit 2011 auf sich warten - auch weil es durch hohe gestalterische Ansprüche und zahlreiche Umplanungen so komplex wurde, dass niemand mehr die Haustechnik beherrschte.

Lütke Daldrup sprach von einem ersten wichtigen Meilenstein für das neue Terminal. "Jetzt wird es darauf ankommen, bis zum Herbst die Voraussetzungen für den Einbau der Gepäckförderanlage zu schaffen," so der BER-Chef weiter.

Neues Gebäude wegen starkem Wachstum notwendig

Wenn das Terminal 2 in Betrieb gehe, werde die Kapazität des BER bei 28 bis 30 Millionen Passagieren liegen. Zusammen mit dem Flughafen Schönefeld, der gegenüber auf der anderen Seite der Nordbahn des BER liegt und ab dem nächsten Jahr als Terminal 5 ein Teil des BER werden soll, plant die Flughafengesellschaft am Standort über 40 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen zu können.

Statt Holzvertäfelung und Natursteinböden wie im T1 soll es im T2 Beton und freie Raumdecken geben, unter der die einfach gehaltene Technik hängt. 200 Millionen Euro fließen nach Flughafenangaben in das Zusatzterminal sowie in Wege, Bushaltestellen und ein Gebäude für die Bundespolizei.

Im neuen Terminal 2 werden an- und abfliegende Passagiere abgefertigt. Das Boarding erfolgt dann aber von den Warteräumen im Pier Nord, das direkt vor dem neuen Gebäude steht und bereits fertig gestellt ist. Das Terminal 2 wird über zwei Brücken an das Pier Nord angebunden und soll im Oktober 2020 zusammen mit dem BER in Betrieb gehen. Mit seiner Fläche von 240 x 40 Metern und der Höhe von gut 15 Metern hat es eine Gesamtfläche von rund 23.000 Quadratmetern.Foto: © Flughafen Berlin Brandenburg

Generalunternehmer sichert rechtzeitige Fertigstellung zu

Das Terminal werde rechtzeitig zum Oktober 2020 fertig werden, versicherte der Bauunternehmer Kurt Zech. "Ich habe dafür Wetten angenommen." Die Flughafengesellschaft hatte Zech als Generalunternehmer bestellt - auch eine Lehre aus den Problemen im T1. Dort war das Staatsunternehmen mit der Bauleitung überfordert.

"Wir haben Jahre gebraucht, die Baukatastrophe des BER in Ordnung zu bringen", sagte Lütke Daldrup. Inzwischen liefen finale Prüfungen der technischen Anlagen im T1. Es reicht aber voraussichtlich nicht aus, um im nächsten Jahr die Altflughäfen Tegel und Schönefeld zu ersetzen; von dort flogen 2018 insgesamt schon rund 35 Millionen Menschen. Schönefeld soll deshalb als Teil des BER bis 2025 in Betrieb bleiben.

Die Betreiber gehen von weiter wachsenden Passagierzahlen aus - trotz laufender Klimadebatten. "Die Menschen wollen in den Urlaub fliegen, Geschäftsreisende brauchen die Verbindungen", sagte Lütke Daldrup. Vor allem mehr Langstreckenverbindungen seien nötig, nicht aber jeder Flug "um die Ecke". "Ob wir jede innerdeutsche Verbindung brauchen, darüber wird man sicher reden müssen." So gebe es keine Flüge mehr von Berlin nach Nürnberg, da dort inzwischen die Bahn attraktiver sei. "Auch andere Standorte werden sich sicher stärker auf die Bahn transferieren."

Von: hr mit Material von dpa
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