Opposition: Hessische Landesregierung versagt im Fraport-Lufthansa-Konflikt

28.06.2017 - 16:25 0 Kommentare

Lufthansa und Fraport streiten sich wegen der neuen Gebührenordnung am Frankfurter Flughafen. Die hessische Landesregierung solle vermitteln, fordert die Opposition. Die Landesregierung kontert: Man bringe sich ein.

A340 der Lufthansa - © © AirTeamImages.com - Felix Gottwald

A340 der Lufthansa © AirTeamImages.com /Felix Gottwald

Die Opposition im hessischen Landtag sieht die Landesregierung in der Pflicht, im Streit zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport und dessen Großkunden Lufthansa zu vermitteln. Auslöser des Konflikts waren Gebührenrabatte, mit denen Fraport neue Airlines nach Frankfurt lockt - und damit die Tür für Billigfluglinien wie Ryanair öffnet.

Zudem will die Lufthansa fünf ihrer größten Flugzeuge vom Typ Airbus A380 im kommenden Jahr von Frankfurt nach München verlegen. "Es ist nicht gut für den Standort, wenn sich die dortigen Partner aufführen wie Agamemnon und Klytaimnestra", sagte der flughafenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Marius Weiß, in der jetzigen Mittwoch. Es sei Aufgabe des Managements, der Vorstände und der Aufsichtsräte, solch einen Konflikt erst gar nicht entstehen zu lassen.

"Wir bedauern die Verlegung der A380, dadurch fällt aber keine Verbindung weg", erklärte Verkehrsminister Tarek Al Wazir (Grüne). Die Landesregierung bringe sich aktiv in die Gespräche zwischen Fraport und Lufthansa ein und werde das auch weiterhin tun. "Wir wollen Arbeitsplätze sichern, aber auch die Reduzierung des Lärms im Auge behalten", erklärte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heiko Kasseckert. Mit einer Lärmobergrenze sei man hier auf dem richtigen Weg.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Kreise: Lufthansa und Fraport erzielen wohl Einigung

Von: ch, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Flugzeuge von Air Berlin und Lufthansa in Düsseldorf. Mit dem Lufthansa-Monopol droht ein Passagierrückgang

    Apropos (20) Wie entwickelt sich der innerdeutsche Luftverkehr nach der Air-Berlin-Aufteilung? Verkehrsexperte Manfred Kuhne untersucht zwei Szenarien. Die Folgen auf die Passagierzahlen könnten unterschiedlicher nicht sein.

    Vom 27.09.2017
  • Ein Passagierflugzeug fliegt über Wohnhäuser bei Flörsheim in der Nähe des Frankfurter Flughafens hinweg. Hessische Kommunen sollen weiter Fluglärm-Entschädigung bekommen

    Hessen will Kommunen weiter finanziell entschädigen, die besonders vom Lärm am Frankfurter Flughafen betroffen sind. Die Planung soll bis zum Jahr 2021 gelten. Die Mittel stammen aus den Dividendeneinnahmen des Landes für die Aktienanteile an der Fraport AG.

    Vom 27.09.2017
  • Die beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die anstehende Bundestagswahl, Cem Özdemir (l-r) und Katrin Göring-Eckardt. Deutsche Luftverkehrspolitik vor ungewisser Zukunft

    Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis stellt die Luftverkehrspolitik im Lande vor eine ungewisse Zukunft. Die Positionen der Jamaika-Parteien gehen von "weiterentwickeln" bis "überflüssig". Dabei stehen wichtige Entscheidungen an.

    Vom 26.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus