Hoffnung auf mehr Wettbewerb

«Open Skies»-Verhandlungen zwischen EU und Australien

20.06.2008 - 15:17 0 Kommentare

Im Juli wollen die EU und Australien über ein mögliches «Open Skies»-Abkommen zwischen den beiden Kontinenten verhandeln. Der australische Verkehrsminister Anthony Albanese hofft auf einen stärkeren Wettbewerb, günstigere Ticketpreise und mehr Flüge zwischen Australien und EU-Ländern. Die Bedeutung eines «Open Skies»-Abkommens wird jedoch auch skeptisch betrachtet.

Albanese erklärte: «Die EU ist Australiens größter Luftverkehrsmarkt. Ein ‹Open Skies›-Abkommen könnte viele – wenn nicht alle – der derzeitigen Restriktionen australischer und europäischer Fluggesellschaften aufheben. Die Airlines könnten mehr Flüge und eine große Auswahl an Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten.»

Derzeit sind Flüge von Australien nach Europa durch beidseitige Vereinbarungen begrenzt. So darf Paris beispielsweise nur dreimal wöchentlich von Australien aus angeflogen werden. Grundlage für die «Open Skies»-Verhandlungen ist das bereits im Juni 2005 geschlossene «horizontale Abkommen» zwischen der EU und Australien, in dem die Europäische Union als einheitlicher Luftverkehrsmarkt für Verbindungen von und nach Australien anerkannt wurde.

Die Verhandlungen betreffen ausschließlich europäische und australische Fluggesellschaften. Abgesehen von Britisch Airways verkehrt jedoch keine europäische Airline mehr direkt nach Australien. Andere europäische Fluggesellschaften wurden in diesem Markt von asiatischen Konkurrenten verdrängt und bieten Australienflüge nur im Codeshare zum Beispiel mit Singapore Airlines, Malaysia Airlines oder Cathay Pacific Airways an. Auch Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten drängen verstärkt in diesen Markt. So will beispielsweise Emirates innerhalb der nächsten vier Jahre ihre Kapazitäten auf Australienflügen verdoppeln.

Die australische Fluggesellschaft Qantas hat ebenfalls einige europäische Ziele (Paris, Rom, Athen und Amsterdam) aus dem Flugplan gestrichen. Derzeit lohnt es sich für die Airline in Europa lediglich, London Heathrow und Frankfurt mit ihren 416-sitzigen Boeing 747-400 anzufliegen. Laut Berichten des Magazins «Air Transport World» ist es wahrscheinlich, dass Qantas die Möglichkeiten eines «Open Skies»-Abkommens zwischen Australien und Europa erst nach Erhalt ihrer 270-sitzigen Boeing 787 im Jahr 2012 ausschöpfen würde. Die Sitzkapazitäten der 787 entsprechen zwar eher der Nachfrage auf den betreffenden Strecken. Dennoch stünde Qantas in Konkurrenz zu den asiatischen Fluggesellschaften, da ein Zwischenstopp, beispielsweise in Singapur, zur Betankung des Flugzeugs eingeplant werden müsste.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Flugzeuge von Air Berlin. Luftverkehr braucht nach dem Air-Berlin-Aus neue Impulse

    Apropos (25) Der Luftverkehr in Deutschland hinkt seit Jahren im europäischen Vergleich hinterher. Verkehrsexperte Manfred Kuhne befürchtet, dass sich das auch nach der aktuellen Konsolidierung nicht ändert - denn es fehlt an Grundlagen.

    Vom 14.02.2018
  • Piloten sitzen im Cockpit einer Boeing 777 der Air France. Piloten in Frankreich zum Generalstreik aufgerufen

    Die Führung der französischen Pilotengewerkschaft SNPL hat sich laut eines Berichts der "La Tribune" für einen Streik gegen die Arbeitsbedingungen der Air-France-Billigtochter Hop! ausgesprochen. Der Aufruf richte sich an Piloten aller Fluggesellschaften Frankreichs. Genaue Daten für den Ausstand gibt es noch nicht.

    Vom 29.11.2017
  • Flugzeug der Air Berlin: Nur ein Bundeskredit hielt die Airline in der Luft. "Bild": Bundesrechnungshof berät über Air-Berlin-Kredit

    Der 150-Millionen-Kredit des Bundes für Air Berlin wird offenbar ein Fall für den Bundesrechnungshof. Bei einer Befragung im Haushaltsausschuss konnte die Regierung Zweifel nicht ausräumen, dass sie die Bürgschaft ausreichend geprüft habe, berichtet die "Bild". Gerade die Grünen forderten eine genaue Aufarbeitung der Darlehensvergabe.

    Vom 22.02.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus