Wie geht es weiter?

OLT Express stellt Insolvenzantrag

29.01.2013 - 18:34 0 Kommentare

Nachdem die Bremer OLT Express bereits den Flugbetrieb am Montagmorgen eingestellt hat, folgt nun der Gang zum Insolvenzverwalter. Während Dresden Ersatz für die entfallenen Strecken sucht, löst die Pleite im Saarland neue Debatten um die Zukunft von Saarbrücken aus.

Fokker 100 der OLT Express - © © OLT Express Germany -

Fokker 100 der OLT Express © OLT Express Germany

Die ins Schlingern geratene Bremer Fluglinie OLT Express Germany hat Insolvenz angemeldet. Dies bestätigte der Sprecher des Unternehmens, Matthias Burkard, am Dienstag. Die Bremer Airline hat insgesamt 500 Mitarbeiter an Standorten in Stuttgart, Bremen und Saarbrücken. Wie es mit ihnen weitergehe, müsse der Insolvenzverwalter entscheiden. Das Amtsgericht Esslingen hat mit Beschluss vom 29.01.2013 das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Jan Markus Plathner aus der Frankfurter Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt.

Für den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft ist die Situation bei einer der ältesten Luftlinien ein Indiz für die schwierige Lage, in der sich die deutsche Luftfahrt befindet. «OLT Express ist nach Cirrus und XL Airways schon die dritte Fluggesellschaft innerhalb eines Jahres, die Insolvenz anmelden musste», sagte der Präsident des Verbands, Klaus-Peter Siegloch, nach einer Mitteilung. «Staatliche Belastungen wie die Luftverkehrsteuer nehmen unseren Fluggesellschaften in einem ohnehin schon sehr harten Wettbewerb die letzte Luft zum Atmen.» Er forderte ein Ende der Luftverkehrssteuer und der "unfairen Ausgestaltung des Emissionshandels" sowie Betriebszeiten an Flughäfen, die den Wünschen der Passagiere entsprechen.

Wie geht es weiter?

Das OLT-Aus bedeutet auch für einige Regionalflughäfen einen herben Schlag. Einzig Karlsruhe Baden-Baden kann sich bereits über einen Ersatz auf der Hamburg-Strecke freuen: Die Intersky wird die Route ab Anfang März bis zu vier mal täglich bedienen. Da Intersky im Moment nicht über ausreichend eigenes Fluggerät verfügt, beauftragt man Avanti Air die Strecke im Wetlease für die Regionalairline durchzuführen.

Der Flughafen Dresden sucht derweil noch neue Betreiber für die Linienverbindungen nach Hamburg und Zürich. Das sagte Flughafenchef Michael Hupe am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Mit täglich bis zu drei Flügen zum Swiss-Drehkreuz Zürich und zwei Flügen nach Hamburg sei Dresden sehr gut an diese Städte angebunden gewesen. Über Zürich verliert Dresden zudem wichtige Umsteigeverbindungen.

Im Saarland hat das Ende der OLT die Diskussion um den Saarbrücker Flughafen neu befeuert. CDU, SPD und Linke forderten eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen mit Rheinland-Pfalz über Flughafenkooperationen in der Region. Die Grünen warnten vor einer "Subventionsruine" am Saarbrücker Flughafen.

Saarlands Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) bezeichnete die Entwicklung bei OLT als "eine Entscheidung des Marktes". Das Land könne und wolle bei geschäftlichen Defiziten im laufenden Betrieb nicht eingreifen. Unabhängig davon halte die Landesregierung an dem Ziel fest, Ensheim mit zusätzlichen Angeboten zu stärken. Auch deshalb sei erst kürzlich eine neue Flughafen-Geschäftsführung berufen worden, betonte Barke.

OLT Express hatte in der Nacht zu Montag den Flugbetrieb eingestellt. Grund dafür war nach Angaben der Airline, dass der niederländische Anteilseigner Panta Holdings das Sanierungskonzept nicht mittragen wollte. Das 1958 gegründete Unternehmen wurde 2011 zunächst von einem polnischen und bald darauf von einem niederländischen Investor übernommen. Im Herbst 2012 übernahm OLT Express Germany die ebenfalls deutsche Contact Air – ebenfalls ein Fokker-100-Betreiber.

Mit einer Flotte aus aus 14 Maschinen plante die OLT eine umfangreiche Expansion mit Verbindungen von etlichen deutschen Regionalflughäfen zu europäischen Metropolen. Noch vor dem geplanten Start im Oktober waren jedoch viele Verbindungen ausgedünnt oder komplett gestrichen worden. Vor Weihnachten hatte die Airline ihre Flugpläne nochmals drastisch ausgedünnt.

Von: airliners.de mit dapd, dpa
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