Eurowings baut die Kapazitäten aus

04.03.2016 - 14:10 0 Kommentare

Lufthansa setzt in Sachen Low-Cost auf die neue Marke Eurowings. Jetzt wird bei der deutschen Eurowings der Austausch aller Regionaljets forciert. Weiteres Wachstum folgt dann bei Eurowings Europe in Österreich.

A320 Doppelauslieferung am 03.03.2016 in Hamburg.

A320 Doppelauslieferung am 03.03.2016 in Hamburg.
© Eurowings

Eine CRJ-900 der Eurowings

Eine CRJ-900 der Eurowings
© AirTeamImages.com

Mit der Auslieferung von zwei fabrikneuen Airbus A320 treibt Lufthansa den Austausch der Eurowings-Regionaljetflotte weiter voran. Insgesamt sollen in diesem Jahr 16 Airbus A320 zur Eurowings-Flotte hinzustoßen. Die Flugzeuge sollen die ursprünglich 23 kleinere Bombardier CRJ-900 bei der deutschen Eurowings ersetzen.

Bis April 2017 soll die "alte" Eurowings eine reine Airbus-Flotte betreiben. Das sei ein "äußerst anspruchsvolles Projekt" , da es für die Düsseldorfer Airline eine massive Erhöhung der Sitzplatzkapazitäten bedeute, teilte Eurowings jetzt im Rahmen einer Auslieferungszeremonie bei Airbus im Hamburg mit. Die Airbus-Flugzeuge haben fast doppelt so viele Sitzplätze wie die Bombardier-Regionaljets.

Bislang bedient die Düsseldorfer Fluggesellschaft mit ihren Regionaljets weniger stark nachgefragte Routen unter der neuen Lufthansa-Low-Cost-Dachmarke Eurowings. Vor einem Jahr hatte die "alte" Eurowings ihren ersten Airbus von Lufthansa übernommen.

Mit billigen Flügen unter der Marke Eurowings will Lufthansa möglichst schnell zu den großen europäischen Billigfliegern Ryanair und Easyjet aufschließen. Dazu sollen die Kapazitäten verschiedener Fluggesellschaften gebündelt werden. So helfen neben der Düsseldorfer Eurowings auch andere Airlines aus dem Lufthansa-Verbund.

Bereits heute fliegen Germanwings sowie Sunexpress Deutschland und Tuifly für die Markenplattform. Weitere Fluggesellschaften sollen folgen und ebenfalls Flugzeuge im Auftrag der neuen Eurowings betreiben.

Flugzeuge unter der Marke Eurowings

Aktuell
"Alte" Eurowings: 16x CRJ-900, 9x Airbus A320
Sunexpress Deutschland: 2x Airbus A330-200
Lufthansa: 1x Airbus A340-300
Tuifly: 1x Boeing 767-300

2017 (soweit bekannt)
"Alte" Eurowings: 23x Airbus A320
Eurowings Europe: 20x Airbus A320
Sunexpress Deutschland: 7x Airbus A330-200
...

Österreichische Eurowings-Flugzeuge in ganz Europa

Weiteres Wachstum soll demnächst bei der neuen "Eurowings Europe" in Österreich stattfinden. Lufthansa hatte die neue Konzerntochter im August vergangenen Jahres in Österreich gegründet. Die EWAT GmbH ist eine Schwestergesellschaft der ebenfalls zur Lufthansa gehörenden Austrian Airlines.

Im Sommer sollen die ersten in Österreich registrierten Flugzeuge starten. Bis Jahresende plant Lufthansa bereits mit zehn Maschinen am Standort Wien. 2017 sollen dann weitere zehn Flugzeuge auf verschiedenen Basen in ganz Europa hinzukommen. Die Flugzeuge mit OE-Kennzeichen am Heck kommen damit schon bald in ganz Europa zum Einsatz.

Dafür sucht die österreichische Eurowings bereits kräftig nach Personal: Innerhalb von zwei Jahren sollen 600 Mitarbeiter eingestellt werden. Gesucht werden unter anderem hunderte Flugbegleiter und Piloten.

In Deutschland werden die Wachstumspläne von den Lufthansa-Mitarbeitern mit Argwohn verfolgt. In der Zukunft "könnten Arbeitsplätze in Deutschland verlorengehen", fürchtet die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC). Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo sprach von einer großen Verlockung, "durch Tarifflucht ins Ausland dem Einfluss der deutschen Gewerkschaften zu entkommen".

Aber auch in Österreich trifft die neue Eurowings nicht nur auf Begeisterung – schließlich wird der Billigflieger zum Teil Europa-Strecken der Austrian übernehmen. Lufthansa bemüht sich dagegen, zu beschwichtigen: Eurowings werde in Wien keine Konkurrenz darstellen sondern das Angebot ergänzen.

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Ein Logo der Lufthansa zwischen Logos der Air Berlin Mitte Oktober 2017 am Flughafen Berlin-Tegel. Politik fordert von Lufthansa Kulanz bei Air-Berlin-Tickets

    Wenn Air Berlin Ende des Monats den Betrieb einstellt, ergibt sich auf vielen Strecken ein Monopol. Nach dem Willen von Bundesjustizminister Heiko Maas soll Lufthansa daher die sonst verfallenen Tickets akzeptieren. Auch die Empörung über die Gehaltsgarantien für den Air-Berlin-Chef ist groß.

    Vom 19.10.2017
  • Flugzeuge von Tuifly und Air Berlin Tuifly gerät mit Air-Berlin-Zerschlagung in Bedrängnis

    Viele Tuify-Mitarbeiter fliegen aktuell noch zu komfortablen Konditionen im Auftrag der Air-Berlin-Tochter Niki. Nach dem Verkauf an Lufthansa muss Tui aber mit einer reduzierten Flotte planen. In der Folge drohen Entlassungen.

    Vom 18.10.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Lufthansa Jobs Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »