Österreich will Ticketsteuer schrittweise halbieren

18.11.2016 - 15:47 0 Kommentare

Wie in Deutschland ist auch in Österreich die Steuer auf Flugtickets umstritten. Jetzt will die Wiener Regierung die Abgabe zumindest halbieren - allerdings nicht auf einmal.

Reisende warten an einem Flughafen. - © © dpa - Peter Steffen

Reisende warten an einem Flughafen. © dpa /Peter Steffen

In Österreich könnte die Ticketsteuer bis 2018 halbiert werden. In einem ersten Schritt soll sie im kommenden Jahr um 25 Prozent reduziert werden, berichtete der österreichische "Kurier". Im Jahr darauf stehe eine Absenkung um weitere 25 Prozent an. Noch vor Weihnachten könnte das Ganze beschlossene Sache sein.

Bereits Mitte September hatte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) entsprechende Pläne angedeutet. Hintergrund ist das Engagement des Lufthansa-Konzerns unter anderem am Flughafen Wien. Vor einem Jahr hatte er die neue Eurowings Europe dort gestartet. Anfang 2017 wird zudem der Flughafen Salzburg zweite Basis der Lufthansa-Billigtochter.

Mit dem Flugabgabegesetz hatte Österreich im April 2011 ein System zur Besteuerung von Flugreisen eingeführt, das der deutschen Luftverkehrsteuer ähnelt. Aktuell beträgt der Abgabesatz für Kurzstreckenpassagiere ab Österreich sieben Euro. Auf Mittelstrecken werden 15 Euro und auf der Langstrecke 35 Euro pro Passagier fällig. Österreich nimmt dadurch jährlich etwas über 100 Millionen Euro ein - etwa die Hälfte davon muss die Lufthansa Group mit ihrer Tochter Austrian Airlines aufbringen.

In Deutschland macht die Luftfahrtbranche ebenfalls seit längerem gegen die Luftverkehrsabgabe mobil. Auch die Autoren einer Studie zum neuen Nationalen Luftverkehrskonzept hatten eine Abschaffung empfohlen.

© Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Screenshot: airliners.de Lesen Sie auch: Studie liefert Grundlagen für neues Luftverkehrskonzept

Von: gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Iata-Chef Alexandre de Juniac. Iata kritisiert EU-Fluggastrechte

    Die Iata rügt die EU für Entschädigungsregelungen bei Flugverspätungen: Niemand solle die Fehler der EU kopieren. Gleichzeitig korrigiert der Verband die Prognosen für 2017.

    Vom 05.12.2017
  • Fluglärm-Gegner. Einigung über Lärmschutz am Flughafen Frankfurt

    Die Politik einigt sich mit dem Flughafen Frankfurt und dortigen Airlines auf eine Lärmobergrenze. Kritikern ist die freiwillige Vereinbarung zu unverbindlich. Die ADV sieht den Luftverkehrsstandort Frankfurt gefährdet.

    Vom 07.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus