Österreich verhandelt mit Lufthansa über Ticketsteuer

16.09.2016 - 13:01 0 Kommentare

Im Zuge der Lufthansa-Wachstumsszenarien für Swiss und Austrian Airlines könnte in Österreich die Luftverkehrsabgabe fallen. Die Alpenrepublik zeigt sich gesprächsbereit - im Gegenzug für Investitionen.

Passagiere am Flughafen Wien. - © © Flughafen Wien AG -

Passagiere am Flughafen Wien. © Flughafen Wien AG

In Österreich gibt es eine neue Diskussion um die Flugabgabe, die in der Alpenrepublik seit 2011 für Abflüge gilt. Offenbar ist die österreichische Regierung in Verhandlungen mit der Lufthansa Group bereit, die Ticketabgabe zu senken, deutete Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) jetzt im ORF an.

"Ich glaube, es gibt eine alte Übereinkunft aus der Regierung Bundeskanzler Faymann, dass man unter Umständen die Ticketsteuer reduzieren könnte", so Leichtfried. Allerdings müsse die Lufthansa im Gegenzug in Österreich investieren, so der Minister. Es gehe vor allem um neue Flugzeuge und mehr Arbeitsplätze am Austrian-Standort Wien.

Lufthansa soll eine Milliarde investieren

Die "Kronen Zeitung" hatte zuvor von Gesprächen der Lufthansa-Führung mit Österreichs Finanzminister Jörg Schelling (ÖVP) berichtet. Würde die Lufthansa Group in Wien statt in Zürich ausbauen, könne die österreichische Luftverkehrssteuer in zwei Etappen halbiert werden, benennt die Zeitung das Ergebnis. Es gehe um Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro.

Sowohl Austrian Airlines mit ihrem Drehkreuz in Wien als auch die Züricher Swiss gehören zur Lufthansa Group. In der Schweiz gibt es keine Luftverkehrssteuer. Möglicherweise nutzt die Lufthansa diesen Fakt nun in ihren Verhandlungen zu den Wachstumsszenarien an den jeweiligen Drehkreuzen der beiden Tochtergesellschaften.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Austrian-Airlines-Chef zürnt wegen mehr Wien-Dubai-Kapazitäten

Ein Sprecher der Lufthansa-Tochter Austrian bestätigte auf Anfrage von airliners.de laufende Gespräche mit der österreichischen Regierung. Details nannte er allerdings nicht. Fest stehe, die Ticketsteuer sei ein Wachstumshemmnis für Österreich, so der Sprecher.

Mit dem Flugabgabegesetz hatte Österreich im April 2011 ein System zur Besteuerung von Flugreisen eingeführt, das der deutschen Luftverkehrsteuer ähnelt. Aktuell beträgt der Abgabesatz für Kurzstreckenpassagiere ab Österreich sieben Euro. Auf Mittelstrecken werden 15 Euro und auf der Langstrecke 35 Euro pro Passagier fällig. Österreich nimmt dadurch jährlich etwas über 100 Millionen Euro ein - rund ein Drittel davon kommt allein von Austrian.

Von: dh
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Schild des Bundeskartellamts in Bonn: Kommt eine zweite Prüfung für die Lufthansa? Bundeskartellamt nimmt Lufthansa ins Visier

    Während die Lufthansa noch auf die Genehmigung der EU-Kommission zur Übernahme der Air-Berlin-Töchter LGW und Niki wartet, schlägt ihr in Deutschland Unmut über die gestiegenen Flugpreise entgegen. Ihr Chef gelobt Besserung. In der Rhetorik des Bundeskartellamt ist nun aber eine neue Schärfe zu erkennen.

    Vom 24.11.2017
  • Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr Lufthansa rechtfertigt sich für hohe Preise

    Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechtfertigt sich für hohe Preise im innerdeutschen Luftverkehr und will nach der Genehmigung der Air-Berlin-Teilübernahme täglich 30 neue Flüge aufsetzen. Wirkliche Entlastung kommt wohl erst mit Easyjet.

    Vom 13.11.2017
  • Flugzeuge von Brussels Airlines und Air Berlin. Brussels und Air Berlin schieben Lufthansa an

    Monatsbilanz bei der Lufthansa Group: Im Punkt-zu-Punkt-Geschäft treiben Brussels Airlines und der Deal mit Air Berlin die Zahlen von Eurowings an. Doch auch dort geht eine Kennzahl zurück.

    Vom 09.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus