Sechs Verbindungen geplant

Nürnberg setzt auf Ryanair

13.11.2012 - 15:53 0 Kommentare

Der Flughafen Nürnberg wird ab kommenden Frühjahr von Ryanair angesteuert. Die Lowfare-Airline will den angeschlagenen Airport mit sechs europäischen Städten verbinden.

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen Nürnberg

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen Nürnberg
© Flughafen Nürnberg

Karl-Heinz Krüger (li), Geschäftsführer Flughafen Nürnberg, undMichael Cawley (re), stellvertretender Vorstandschef Ryanair

Karl-Heinz Krüger (li), Geschäftsführer Flughafen Nürnberg, undMichael Cawley (re), stellvertretender Vorstandschef Ryanair
© Flughafen Nürnberg

Ein Flugzeug der Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafen N

Ein Flugzeug der Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafen N
© dpa - Maximilian Hensel

Ein Flugzeug der Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafen Nürnberg

Ein Flugzeug der Ryanair steht auf dem Vorfeld des Flughafen Nürnberg
© dpa - Maximilian Hensel

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen Nürnberg

Boeing 737-800 der Ryanair am Flughafen Nürnberg
© Flughafen Nürnberg

Der irische Billigflieger Ryanair startet künftig auch in Nürnberg. Ab Ende März gibt es Verbindungen nach Alicante, Cagliari, London, Malaga, Pisa und Porto, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt sind 20 wöchentliche Flüge geplant. Nürnberg ist das zwölfte Ziel von Ryanair in Deutschland.

Ryanair-Manager Michael Cawley bestätigte am Dienstag entsprechende vertraglich Abmachungen bei einem kurzen Zwischenstopp in Nürnberg: "Wir sind uns nach langen Diskussionen mit dem Nürnberger Flughafenbetreiber einig geworden", betonte der Chef des operativen Geschäfts bei einer improvisierten Pressekonferenz in einer Ryanair-Maschine. Dass sein Unternehmen gleich mit sechs Verbindungen an den Start gehe, sei ein "Beweis des Vertrauens" in den Flughafen-Standort Nürnberg, unterstrich Cawley.

Nach seinen Worten bemüht sich Ryanair bereits seit zehn Jahren um Nürnberg. "Das ist ein sehr aufregender Markt hier", sagte Cawley. Schließlich sei der Flughafen Memmingen/Allgäu bislang das einzige bayerische Standbein von Ryanair gewesen; nun bekomme die Airline mit Nürnberg ein zweites.

Welche Zugeständnisse der Nürnberger Flughafen Ryanair gemacht habe, beantwortete Cawley nur ausweichend. Er räumte allerdings ein, dass das Thema "Kostensenkung" ein zentrales Anliegen einer jeden Billig-Fluggesellschaft sei. Dabei gehe es in Verhandlungen mit Flughafenbetreibern aber keineswegs nur um Flughafengebühren, sondern auch darum, eine möglichst effiziente Abfertigung der Maschinen zu gewährleisten. "Wenn Maschinen zu lange am Boden stehen, kosten sie zu viel Geld", sagte Cawley.

Flughafenchef Krüger bezeichnete den Drei-Jahres-Vertrag mit Ryanair als einen wichtigen Baustein, den Flughafen wieder auf Kurs zu bringen. Dank der neuen Fluggesellschaft rechnet er für das kommende Jahr mit knapp 200.000 zusätzlichen Fluggästen. Mit Ryanair erreiche Nürnberg nun auch preis-sensible Kunden. Zudem erwarte er dank der Billigairline auch mehr europäische Touristen in Franken. Auf die Frage nach Zugeständnissen des Flughafens an Ryanair sagte Krüger: "Es gab nicht mehr oder weniger Zugeständnisse als bei anderen Fluggesellschaften auch."

Zurückhaltend äußerte sich zu dem Vertrag mit Ryanair derweil das Flughafen-Aufsichtsratsmitglied Markus Söder (CSU). Bayerns Finanzminister erklärte am Dienstag: "Es ist positiv, dass es wieder mehr Flugverkehr und neue Ziele gibt. Aber es ist kein Befreiungsschlag". Es blieben weiterhin die strukturellen Herausforderungen, die erst unlängst bei der Flughafenkonferenz erörtert worden seien. "Der Vertrag mit Ryanair ist ein Durchschnaufen, aber kein Grund, sich zurückzulehnen", gab der CSU-Politiker zu bedenken.

Von: dpa-AFX, dpa
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