Nürnberg macht Germania-Pleite zu schaffen

03.05.2019 - 18:21 0 Kommentare

Der Flughafen Nürnberg hat mit der Germania-Insolvenz ihren drittgrößten Kunden verloren. Jetzt muss der bayerische Airport sparen, denn noch längst nicht alle Lücken sind gefüllt.

Blick auf den Flughafen Nürnberg vom Vorfeld aus. - © © Airport Nürnberg -

Blick auf den Flughafen Nürnberg vom Vorfeld aus. © Airport Nürnberg

Der Flughafen Nürnberg muss nach der Germania-Pleite sparen. Erste Sparmaßnahmen hat das Unternehmen bereits auf den Weg gebracht, schreibt die Nürnberger Zeitung.

Die Germania-Pleite reiße ein Zehn-Millionen-Euro-Loch in die ursprüngliche Finanzplanung des Airports, so die Zeitung unter Berufung auf eine Antwort des bayerischen Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der SPD. Mit der Neuansiedlung anderer Airlines und Einsparungen etwa bei der saisonalen Aufstockung der Personaldecke für den Sommer sollen aber sechs Millionen Euro abgefangen werden.

Germania war 2018 der drittgrößte Airline-Kunde in Nürnberg und die wichtigste Ferienfluggesellschaft am Platz. Insgesamt hatte die insolvente Airline im vergangenen Jahr 24 Routen in ihrem Nürnberger Sommerprogramm. Davon werden nach airliners.de-Analysen nur neun Verbindungen auch in diesem Sommer angeboten.

Germania-Routen ab Nürnberg im Sommer 2018

Antalya, Athen, Burgas, Faro, Fuerteventura, Gran Canaria, Hurghada, Ibiza, Korfu, Korsika, Kos, Lanzarote, Funchal, Mallorca, Marsa Alam, Monastir, Rhodos, Samos, Sharm el Sheik, Tel Aviv, Teneriffa, Thessaloniki, Varna, Zypern

Fett: Destinationen, die auch im Sommer 2019 ab Nürnberg bedient werden. Quelle: Germania, OAG-Flugplandaten

Insgesamt geht das Sommer-Flugplatzangebot ab Nürnberg in der Folge um fast eine Viertelmillion Sitze zurück. Wurden im vergangenen Jahr rund 1,83 Millionen Plätze ab Nürnberg angeboten, sind es in dieser Sommer-Flugplanperiode nur noch 1,66 Millionen.

Etliche Airlines springen in die Lücken

Aber es gibt auch Lichtblicke. So baut Tuifly ihr Angebot in Nürnberg aktuell deutlich aus und übernimmt wichtige Germania-Rennstrecken wie Fuerteventura, Hurghada, Kos, Marsa Alam, Rhodos und Teneriffa, zum Teil auch im Vertrieb der Eurowings.

Mit mehr als 600 Flügen übernehme Tuifly rund ein Drittel der bisher von der Germania angebotenen Flugverbindungen, teilte der Flughafen mit.

Auf anderen ehemaligen Germania-Routen fliegen nun auch Corendon Airlines (Antalya, Hurghada, Marsa Alam, Rhodos), Sun Express (Antalya, Hurghada), Ryanair (Mallorca, Thessaloniki), Onur Air (Antalya), Pegasus (Antalya), Lauda (Mallorca) und Eurowings (Mallorca).

Dennoch muss der Flughafen nun erst einmal deutlich zurückstecken. Wegen der vier Millionen Euro, die nach der Germania-Pleite unterm Strich in der Finanzplanung fehlen, stellt der Betreiber nun auch Ausgaben für einige nicht dringliche Wiederbeschaffungen zurück. Relevante Maßnahmen wie ein neues Parkhaus, ein Supermarkt und die Sanierung des Rollfelds werden der Zeitung zufolge aber wie geplant realisiert.

Von: dh
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