NRW-Grüne gegen Kapazitätserweiterung am Flughafen Düsseldorf

04.05.2016 - 17:07 0 Kommentare

Der Flughafen Düsseldorf will eine geänderte Betriebsgenehmigung erreichen und zu Spitzenzeiten mehr Flugzeuge starten und landen lassen. Diese Pläne haben jetzt einen Dämpfer erhalten.

Ein Flugzeug startet vom Flughafen Düsseldorf. - ©  © dpa - Martin Gerten

Ein Flugzeug startet vom Flughafen Düsseldorf. © dpa /Martin Gerten

Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag haben sich gegen eine Ausweitung der Flüge an den beiden größten Flughäfen des Landes, Düsseldorf und Köln/Bonn, ausgesprochen. In anstehenden Verfahren an beiden Airports sollten die Kapazitätsreserven anderer NRW-Flughäfen einbezogen werden, heißt es in einem Papier der Landtagsfraktion der Grünen, über das die "Rheinischen Post" am Mittwoch berichtete.

Mit einem klaren "Nein" wollen die Grünen die seit Jahren unentschlossene Haltung der rot-grünen Landesregierung zu den Wachstumswünschen des Düsseldorfer Flughafens beenden, schreibt die Zeitung weiter. Der verkehrspolitische Sprecher der NRW-Grünen, Arndt Klocke, nannte als mögliche Alternativen für einen Teil des Ferienverkehrs die Flughäfen Münster, Weeze und Dortmund.

Idee ist nicht neu

Die Idee, beispielsweise Weeze als "dritte Startbahn" für Düsseldorf zu nutzen, ist nicht neu. Bereits Mitte 2014 traf sie auf Interesse bei den Airportbetreibern am Niederrhein.

Konkret sprachen sich die Landtags-Grünen gegen eine vom Flughafen Düsseldorf beantragte Kapazitätsausweitung aus. Über diesen Antrag entscheidet das Landesverkehrsministerium allein. Es ist die oberste Luftfahrtbehörde in Nordrhein-Westfalen.

Airport: Luftverkehr lässt sich nicht landespolitisch reglementieren

Für Thomas Kötter, Pressesprecher des Düsseldorfer Flughafens, gehen die Positionen der Grünen in zentralen Punkten an der Realität einer global operierenden Branche vorbei. "Luftverkehr lässt sich nicht landespolitisch reglementieren", teilte er auf Nachfrage von airliners.de mit.

Fluggesellschaften könnten auf Basis weltweit geltender Regelungen eigenständig entscheiden, welchen Flughafen sie anfliegen möchten und für welche Art Verkehr sie die ihr zugeteilten Start- und Landerechte nutzen möchten, betonte Kötter. Zudem handele es sich um ein Positionspapier der Grünen und keinen Beschluss. In Sachen Kapazitätserweiterung bleibe der Airport "guten Mutes".

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Beim Antrag - zu den Hintergründen gibt es hier weitere Informationen - geht es nicht um einen Ausbau des Flughafens, sondern um die bessere Ausnutzung der vorhandenen technischen Kapazitäten. Unter anderem sollen zukünftig in Düsseldorf in Spitzenzeiten pro Stunde zusammengerechnet bis zu 60 Flüge starten und landen dürfen. Heute sind es maximal 47 Slots. Möglich machen sollen das eine optimierte Nutzung des bestehenden Zweibahn-Systems und acht neue Abstellpositionen.

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Im vergangenen Jahr hatten alle sechs großen NRW-Flughäfen mehr Passagiere gemeldet. Mit einem Plus von 9,6 Prozent hatte der Köln/Bonner Flughafen die größten Zuwächse und peilt in diesem Jahr erstmals die Elf-Millionen-Marke bei den Fluggastzahlen an. Auch der Düsseldorfer Flughafen ist seit Jahren auf Wachstumskurs.

Von: gk, dpa
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