Tarifgespräche abgebrochen

NRW-Flughäfen vor neuen Streiks

07.02.2013 - 17:41 0 Kommentare

Den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen drohen wahrscheinlich neue Streiks des Wach- und Sicherheitsgewerbes. Am Donnerstag sind Sondierungsgespräche der Tarifparteien ergebnislos abgebrochen worden.

Kontrolle von Fl - © © dpa - Oliver Berg

Kontrolle von Fl © dpa /Oliver Berg

Im Tarifkonflikt des Sicherheitsgewerbes stehen in Nordrhein-Westfalen die Zeichen wieder auf Streik. Das Sondierungsgespräch der Tarifparteien sei am Donnerstag ergebnislos abgebrochen worden, berichteten Sprecher der Gewerkschaft Verdi und des Bundesverbandes für das Sicherheitsgewerbe. Es gebe keinen neuen Gesprächstermin. Die Tarifkommission der Gewerkschaft berate nun das weitere Vorgehen, teilte Verdi mit.

Die Gesprächsatmosphäre sei durchaus konstruktiv gewesen, die Arbeitgeber seien aber «über Denkmodelle nicht hinaus gekommen» und hätten kein neues Angebot vorgelegt, so Verdi. Das Einschalten eines Schlichters lehnte die Gewerkschaft allerdings ab. Gesprächspartner sei im derzeitigen Stadium allein die Unternehmerseite. Die Verhandlungen würden erst wieder aufgenommen, wenn die Arbeitgeber ein deutlich verbessertes Angebot vorlegten.

Bis dahin kündigte Verdi "flexible Aktionen" an, die mit den Hamburger Arbeitnehmern der Branche abgesprochen werden sollen. Auch dort verliefen die Tarifgespräche bisher ergebnislos. Wann genau es zu weiteren Streiks komme, stehe noch nicht fest.

Vor zwei Wochen waren die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zwei Tage lang bestreikt worden und hunderte Flüge ausgefallen. Zehntausende Flugreisende waren betroffen, weil das Personal der Sicherheitsschleusen im Ausstand war. Die privaten Sicherheitsfirmen arbeiten zum Teil im Auftrag des Bundesgrenzschutzes.

Die Gewerkschaft Verdi will die 34.000 Beschäftigten der Sicherheitsbranche in NRW «aus dem Niedriglohnsektor holen» und fordert Lohnerhöhungen von rund 30 Prozent und will für die etwa 2.000 Sicherheitskräfte an den Flughäfen des Bundeslandes einen Bruttostundenlohn von 16 Euro durchsetzen. An den Flughäfen liege der Stundenlohn des Sicherheitspersonals derzeit bei 12,36 Euro. Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich aber Landesweit 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten in der untersten Lohngruppe mit einem Brutto-Stundenlohn von 8,23 Euro.

Von: dpa, dapd, AFP
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