NRW-Regionalflughäfen wehren sich weiter gegen Abstieg in "zweite Liga"

10.12.2015 - 09:27 0 Kommentare

Auch der überarbeitete Entwurf für einen neuen NRW-Landesentwicklungsplan teilt die sechs Airports des Landes in zwei Kategorien ein. Einen Abstieg quasi in die "zweite Liga" wollen die betroffenen Flughäfen aber weiter verhindern.

Auch der überarbeitete Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalens sorgt bei einigen Flughäfen für Kritik. - © © Land NRW -

Auch der überarbeitete Entwurf für einen neuen Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalens sorgt bei einigen Flughäfen für Kritik. © Land NRW

Mit einem neuen Entwicklungsplan will Nordrhein-Westfalen die Zukunft regeln. Auch die Luftfahrtbranche ist davon betroffen: Geht es nach dem Willen der Landesregierung, werden die sechs Airports in NRW in zwei Klassen unterteilt. Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück sollen den Status "landesbedeutsam" erhalten. Lediglich als "regionalbedeutsam" werden die Flughäfen Dortmund, Paderborn/Lippstadt und Niederrhein (Weeze-Laarbruch) eingestuft.

An dieser Einteilung wird wie schon wie in der ersten Version aus dem Jahr 2013 in der überarbeiteten Fassung des Planentwurfes festgehalten. Allerdings gibt es auch Veränderungen. Zum Beispiel ist aus einer Passage zur Entwicklung der landesbedeutsamen Flughäfen der Abschnitt "mit leistungsfähigen Verkehrsanbindungen (Schienen- und Straßenverkehr, ÖPNV)" gestrichen worden.

Stellungnahmen bis Mitte Januar möglich

Weitere Änderung: Die Formulierung "Regionalbedeutsame Flughäfen ... dürfen nur bedarfsgerecht und in Abstimmung mit der Entwicklung der landesbedeutsamen Flughäfen gesichert werden" haben die Verfasser des Entwurfs in "Die Sicherung und Entwicklung der regionalbedeutsamen Flughäfen ... erfolgt im Einklang mit der Luftverkehrskonzeption des Landes und der Entwicklung der landesbedeutsamen Flughäfen" geändert. Zur neuen Version des Landesentwicklungsplans - dessen kompletter Entwurf hier zu finden ist - können noch bis Mitte Januar Stellungnahmen abgegeben werden, wie die Staatskanzlei NRW auf ihrer Homepage informiert.

Bis ein "Einklang mit der Luftverkehrskonzeption des Landes" möglich ist, wird wiederum noch eine Weile vergehen. Das aktuelle Konzept stammt aus dem Jahr 2000 und soll überarbeitet werden. Zunächst soll aber das nationale Luftverkehrskonzept, das derzeit in Berlin erarbeitet wird, abgewartet werden, berichtete die "Welt" unter Berufung auf das NRW-Verkehrsministerium.

Dortmund verweist auf Position als drittgrößter Flughafen in NRW

Die möglicherweise von einer Einstufung als "regionalbedeutsam" betroffenen Flughäfen wollen dies aber nicht einfach so hinnehmen. So pocht der Flughafen Dortmund weiterhin darauf, den Status "landesbedeutsam" verdient zu haben, wie Airport-Sprecher Sebastian Rosendahl jetzt gegenüber airliners.de sagte. Schließlich sei der Flughafen Dortmund der drittgrößte des Landes, dessen Entwicklung bei einer Einstufung als regionalbedeutsam gehemmt werden würde.

Diese Befürchtung bestehe trotz der geänderten Passagen im Entwurf für den Landesentwicklungsplan weiter. "Die Kategorisierung entspricht meiner Ansicht nach nicht der tatsächlichen Bedeutung des Dortmunder Flughafens im europäischen Luftverkehr", hatte der Dortmunder Flughafen-Geschäftsführer Udo Mager bereits die erste Textvariante im Herbst 2013 abgelehnt.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Dortmund Airport: Land verkennt Bedeutung des Flughafens

Der Paderborn/Lippstadt Airport will ebenfalls nicht in die "zweite Liga" eingruppiert werden. Auch er möchte auf eine Stufe mit Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück gestellt werden, so Flughafen-Sprecherin Carolin Rustemeier jetzt auf Nachfrage von airliners.de. Als Grund nannte sie unter anderem eine starke Region, deren Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit vom Flughafen lebt - und umgekehrt.

Zudem verwies sie auf eine Stellungnahme, die der Airport-Prokurist Roland Hüser bereits verfasst hatte. Darin heißt es unter anderem, dass "die Einstufung des Flughafens Paderborn/Lippstadt als ein lediglich regionalbedeutsamer Verkehrsflughafen de facto eine Rückstufung ist und den Flughafen erheblich in seiner weiteren Entwicklung beeinträchtigen wird". Sie könne daher nicht akzeptiert werden.

Und auch Weeze forderte bereits eine Revidierung der Einstufung. Auch die Flughafenbetreiber am Niederrhein befürchten Hemmnisse in der weiteren Entwicklung, sollte es bei der Einstufung "regionalbedeutsam" bleiben. Zudem wird in einer Stellungnahme unter anderem die veraltete Datenbasis des Planentwurf kritisiert.

Von: gk

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