NRW will Airport Köln/Bonn nicht privatisieren

08.12.2017 - 08:30 0 Kommentare

Wird der Flughafen Köln/Bonn privatisiert? NRW-Ministerpräsident Laschet spricht sich dagegen aus und richtet auch einen Appell an den Bund. Doch eine Personalie könnte die Diskussion erneut befeuern.

Der Flughafen Köln/Bonn: "Da hängen viele Arbeitsplätze in der ganzen Region dran." Foto: © AirTeamImages.com

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lehnt einen Verkauf der Landesanteile am Flughafen Köln/Bonn ab. "Mit mir wird es keine Privatisierung geben", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der Airport habe eine strategische Bedeutung für das ganze Land. "Da hängen viele Arbeitsplätze in der ganzen Region dran."

Der Ministerpräsident forderte die Bundesregierung auf, ihre Privatisierungsabsichten ebenfalls zu überdenken. "Der Kölner Flughafen hat für den UN-Standort Bonn und für die Funktion als Bundesstadt eine erhebliche Relevanz", sagte Laschet.

Bund legte Pläne zuletzt auf Eis

Land, Bund und die Stadt Köln halten jeweils ein knappes Drittel der Gesellschafteranteile am zweitgrößten NRW-Airport. Kleinere Anteile halten Bonn sowie der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis.

Anteilseigner des Flughafens Köln/Bonn
Angaben in Prozent
Stadt Köln 31.12
Bundesrepublik
Deutschland
30.94
Land Nordrhein-Westfalen 30.94
Stadtwerke Bonn 6.06
Rhein-Sieg-Kreis 0.59
Rheinisch-Bergischer-Kreis 0.35

Die Grafik zeigt die Verteilung des Stammkapitals am Flughafen Köln/Bonn zum Stichtag 31. Dezember 2016. Quelle: Geschäftsbericht des Airports

Das Bundesfinanzministerium prüft einen Verkauf der Anteile des Bundes am Flughafen. Zuletzt wurden diese aber vorerst auf Eis gelegt. Branchenkenner befürchten, dass diese jedoch wieder aufgenommen werden könnten, sobald CDU-Politiker Friedrich Merz Aufsichtsratschef am Airport ist. Dessen Wahl steht am Montag an.

© dpa, O. Berg Lesen Sie auch: NRW-Opposition fordert Verzicht auf Flughafen-Privatisierung

Von: cs mit Material von dpa
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