Norwegian bleibt Übernahmeziel

14.05.2018 - 15:15 0 Kommentare

Die British-Airways-Mutter IAG will offenbar weiterhin den Billigflieger Norwegian übernehmen. Dabei könnte sie laut Medienberichten sogar mit der Rivalin Ryanair kooperieren.

Boeing 737 der Norwegian. - © © AirTeamImages.com - HAMFive -

Boeing 737 der Norwegian. © AirTeamImages.com - HAMFive

Der Übernahmepoker um den Low-Cost-Carrier Norwegian geht weiter. Dabei könnte auch Ryanair zum Zuge kommen: Die irische Fluggesellschaft soll laut dem norwegischen Wirtschaftsportal E24 als Partner für die Airline-Gruppe IAG in Frage kommen.

Einige Großaktionäre der IAG hätten darauf gedrungen, ein gemeinsames Angebot mit Ryanair für den norwegischen Billigflieger zu erstellen, berichtete E24 unter Berufung auf die spanische Zeitung "Expansión". Demnach soll IAG den Langstreckenverkehr von Norwegian übernehmen, Ryanair die Europastrecken.

Erste IAG-Gebote waren zu niedrig

Norwegian hatte zuvor mitgeteilt, man habe zwei Übernahmeangebote von IAG abgelehnt, weil sie das Unternehmen und seine Zukunftsperspektiven zu gering bewertet hätten. Grundsätzlich zeigte Norwegian-Chef Bjørn Kjos aber durchaus Interesse an einem Verkauf. "Für den richtigen Preis kann man alles kaufen", sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters.

IAG räumte Anfang Mai ein, man habe bislang keine Einigung mit Norwegian erzielt und prüfe nun alle Optionen, um eine Lösung zu erreichen. Die Airline-Gruppe IAG um British Airways und Iberia hatte vor einem Monat 4,6 Prozent der Anteile an der norwegischen Airline gekauft und erklärt, man wolle über eine Komplettübernahme verhandeln.

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: British-Airways-Mutter kauft sich bei Billigflieger Norwegian ein

Nach eigenen Angaben ist Norwegian noch mit weiteren Kaufinteressenten im Gespräch. Laut Presseberichten soll es sich dabei unter anderem um Easyjet handeln.

Die norwegische Airline ist durch die starke Expansion des Langstreckenverkehrs 2017 in die roten Zahlen gerutscht: Im vergangenen Jahr lag der Vorsteuerverlust (Ebit) bei 111 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2018 erreichte er 232 Millionen Euro, 31 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Entwicklung der Norwegian-Flotte seit 2013 Grafik: Norwegian Air Shuttle

Nach Unternehmensangaben soll die Expansion im zweiten Quartal 2018 ihren Höhepunkt erreichen. Danach wolle man die "Ernte der bisherigen Investitionen" einfahren.

In diesem Jahr soll die Norwegian-Flotte um 21 auf 165 Flugzeuge vergrößert werden. Bis Ende 2020 ist ein Wachstum auf 225 Maschinen vorgesehen. Kürzlich hatte die Airline angekündigt, bis zu 140 Jets an Leasing-Gesellschaften auszulagern.

Von: pra
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