Norwegian erwägt Verkauf von Neo-Jets

16.11.2018 - 12:03 0 Kommentare

Die finanziell angeschlagene Norwegian trennt sich von fünf Airbus-A320-Neo-Maschinen. Mit dem Verkauf kommen rund 62 Million Dollar in die Kassen des Low-Costers. Die Praxis ist nicht neu.

Norwegian-Chef Björn Kjos im Cockpit.

Norwegian-Chef Björn Kjos im Cockpit.
© Norwegian

Airbus A320neo in der Farben der Norwegian Airlines

Airbus A320neo in der Farben der Norwegian Airlines
© Airbus

Der norwegische Billigflieger Norwegian hat laut mehrerer Medienberichte den Verkauf von fünf Airbus A320 Neo beschlossen. Das Geschäft solle noch in diesem Jahr stattfinden und geschätzte 54,4 Millionen Euro (62 Millionen US-Dollar) in die Kasse der Skandinavier spülen. Über den Käufer gibt es keine Angaben.

Der Low-Coster äußerte sich nicht zu den neuen Gerüchten. Allerdings hatte Finanzchef Geir Karlsen Anfang September erklärt, dass seine Airline alle 95 bei Airbus bestellten A320-Neo-Flugzeuge wieder verkaufen wolle. Mit dem Erlös will der Low-Coster laut Kalsen seine Schuldenlast senken und die Liquidität erhöhen.

Die Maschinen, um die es nun geht, sind allerdings nicht direkt im Besitz von Norwegian. Die fünf Jets gehören der Leasinggesellschaft Arctic Aviation Assets, die jedoch eine hundertprozentige Tochter des Billigfliegers ist. Die Maschinen fliegen aktuell für einen chinesischen Low-Coster.

Expansionskurs lastet auf Airline

Norwegian gilt bei Beobachtern als finanziell schwer angeschlagen, da sich der Carrier mit einem expansiven Wachstumskurs verhoben habe. So blieben die anhaltend Verluste hoch, weil die operativen Kosten nicht gedeckt werden konnten. Airline-Chef und -Gründer Björn Kos wollte das Low-Cost-Prinzip auf die Langstrecke bringen. Dazu wurde die Flotte massiv ausgebaut, was viel Geld kostete.

Die Nachfrage blieb jedoch aus, wodurch nach und nach Las-Vegas-Langstrecken gestrichen werden musste. Auch den geplanten Interkontinental-Einstieg in Düsseldorf sagte Norwegian ab.

Norwegian gilt als Übernahmekandidat

Das Konzept der Billiglangstrecke probiert auch der isländische Low-Coster Wow Air – auch hier blieb laut Experten der Erfolg aus. Konkurrentin Icelandair übernimmt nun sämtliche Anteile an Wow Air: Damit wird erstmals ein großer Billigflieger von einer traditionellen Airline übernommen.

Das befeuert in der Branche die Spekulationen, auch Norwegian könnte bald übernommen werden. Lufthansa wurde bereits im Frühjahr Interesse nachgesagt - Manager Harry Hohmeister bezeichnete den skandinavischen Markt im Interview mit airliners.de als "spannend". Ryanair-Chef Michael O’Leary prognostizierte jüngst im Gespräch mit unserer Redaktion, dass Norwegian den Winter nicht überleben werde.

Von: br
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