Norddeutsches Luftverkehrskonzept ohne Flughafen Kaltenkirchen

27.08.2013 - 16:40 0 Kommentare

Einen neuen Großflughafen im Norden Deutschlands wird es nicht geben. Die Minister und Senatoren der norddeutschen Bundesländer und Hansestädte haben das seit den 1960er Jahren verfolgte Projekt aufgegeben.

Flugzeug am Himmel über Frankfurt - © © dpa, F. Rumpenhorst -

Flugzeug am Himmel über Frankfurt © dpa, F. Rumpenhorst

Die norddeutschen Wirtschaftsminister und -senatoren haben sich auf ein Luftverkehrskonzept ohne weitere Planung des Großflughafens Kaltenkirchen geeinigt. Das Projekt nördlich von Hamburg solle nicht weiter verfolgt werden, sagten die Ressortchefs aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen nach einer Konferenz am Montag in Cuxhaven. Stattdessen sollen die Flughäfen in Norddeutschland bei Kapazitätsengpässen kooperieren.

Der Flughafen Kaltenkirchen ist ein Projekt aus den 1960er Jahren. Der geplante Airport mit zwei parallelen Start- und Landebahnen soll die Flughäfen Hamburg-Fuhlsbüttel und Lübeck-Blankensee ersetzen. Die dafür notwendigen Flächen westlich von Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) befinden sich noch immer im Besitz der Hamburger Flughafengesellschaft.

Im schleswig-holsteinischen Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP von 2009 wurde unter anderem eine Überprüfung des Standortes im Rahmen eines norddeutschen Luftverkehrskonzepts festgeschrieben. Vor einem Jahr hatte die IHK Lübeck den endgültigen Abschied vom Projekt Kaltenkirchen gefordert. Die Flughafengesellschaft Hamburg soll die Flächen verkaufen und so Raum für die Entwicklung eines Wohn- und Gewerbegebietes schaffen, hieß es in einem Konzept.

Außerdem forderten die Ressortchefs die Bundesregierung auf, die Luftverkehrssteuer in der jetzigen Form abzuschaffen. Sie sei wettbewerbsverzerrend. Alleine Hamburg verliere deswegen jährlich rund 200.000 Passagiere an den dänischen Flughafen Billund, sagte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos). Der Bremer Ressortchef Martin Günthner (SPD) verwies darauf, dass die erwarteten Effekte der Steuer nicht eingetreten seien, weil es in Europa ganz unterschiedliche Regeln gebe. Der Bremer Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) erklärte, dass er den Vorstoß nicht mittrage. Es gehe um eine europäische Harmonisierung, hielten seine Kollegen ihm entgegen.

Von: dpa, airliners.de
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