Air-Berlin-Insolvenzverfahren wird wohl Jahre dauern

30.04.2018 - 15:41 0 Kommentare

Das Insolvenzverfahren um Air Berlin und ihre Tochter Niki ist äußerst komplex und wird wohl Jahre noch dauern. Verantwortlich ist die komplizierte Firmenstruktur der beiden Airlines.

Flugzeuge von Air Berlin und Niki. - © © AirTeamImages.com - Chris Jilli

Flugzeuge von Air Berlin und Niki. © AirTeamImages.com /Chris Jilli

Das Insolvenzverfahren der einstigen österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki sowie des deutschen Mutterkonzerns könnte nach Einschätzung eines Experten noch Jahre dauern.

"Wir erwarten eine mehrjährige Verfahrensdauer, weil es durch die internationalen Verflechtungen und der abzuklärenden Rechtsfragen sicher nicht schnell zu Ende sein wird", sagte Gläubigerschützer Alexander Klikovits vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Sonntag der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Das Niki-Verfahren mit den wechselseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen Air Berlin und Niki am niederösterreichischen Landesgericht Korneuburg sei sehr komplex.

Bis zu zehn Jahre Verfahrensdauer

Ähnlich hatte sich in Deutschland zuvor bereits Air-Berlin-Insolvenzveralter Lucas Flöther geäußert. Die Insolvenz von Air Berlin sei "eines der komplexesten Insolvenzverfahren der Nachkriegsgeschichte bundesweit". Das Ende des Verfahrens erwartet Flöther demnach erst in rund zehn Jahren.

Bei dem Gericht in Österreich sind bis vergangenen Mittwoch 232 Millionen Euro an Forderungen angemeldet worden, davon aber vorerst nur 17 Millionen Euro anerkannt worden. 215 Millionen Euro werden Klikovits zufolge vorläufig bestritten. Das Unternehmen selbst habe mit 153 Millionen Euro an Forderungen gerechnet. "Diese Größenordnung ist auf keinen Fall unrealistisch", sagte Klikovits.

© AirTeamImages.com, Danijel Jovanovic Lesen Sie auch: Niki-Verkauf kann wohl nicht für Air-Berlin-Kredit genutzt werden

Der ehemalige Rennfahrer und Luftverkehrsunternehmer Niki Lauda hatte die einst von ihm gegründete, inzwischen insolvente Air-Berlin-Tochter Niki im Januar übernommen und im März unter dem Namen Lauda Motion neu an den Start gebracht. Wenig später gewann er Europas größten Billigflieger Ryanair als Investor. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Lauda seine Anteile 2021 an Ryanair komplett abtreten kann.

Zuvor war das Verlaufsverfahren um Niki nach einem Gerichtsentscheid von Deutschland nach Österreich verlagert worden. Der deutsche Insolvenzverwalter der Niki-Mutter Air Berlin hatte die Airline zuvor an Vueling/Anisec verkauft, ohne dass es ein ordentlich eröffnetes Insolvenzverfahren gab.

Von: br, dpa-AFX
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