Niki beantragt Insolvenz auch in Österreich

11.01.2018 - 16:41 0 Kommentare

Wo wird über das Schicksal von Niki entschieden? Die Air-Berlin-Tochter will durch ein zweites Insolvenzverfahren in Österreich die Übernahme durch Vueling absichern. Ob das gelingt, müssen nun zwei Gerichte entscheiden.

Check-in-Schalter von Niki am Flughafen Wien - © © dpa - Georg Hochmuth

Check-in-Schalter von Niki am Flughafen Wien © dpa /Georg Hochmuth

Niki hat heute ein so genanntes Sekundär-Insolvenzverfahren am Unternehmenssitz in Österreich beantragt. Wie der Gläubigerschutzverband AKV mitteilte, wurde der Antrag beim Landesgericht Korneuburg eingereicht. Die Airline hatte diesen Schritt am Montag gemeinsam mit dem in Berlin bestellten Insolvenzverwalter Lucas Flöther angekündigt.

Flöther setzt sich in dem Antrag dafür ein, dass die spanische Low-Cost-Airline Vueling auch in Österreich als Käuferin von Niki-Teilen akzeptiert wird. Denn die Zeit für die Umsetzung des Kaufvertrags drängt offenbar: Laut Flöther kann Vueling ab dem 28. Februar vom Übernahmeangebot zurücktreten. Die Niki-Führung will daher erreichen, dass das seit Dezember in Berlin laufende Verfahren weitergeführt werden kann.

Dagegen fordert das Fluggastrechteportal "Fairplane" weiterhin eine komplette Verlegung nach Österreich. Die nun beantragte Aufspaltung des Verfahrens sei "teurer und komplizierter" als nötig, sagte Geschäftsführer Andreas Sernetz. Er geht nicht davon aus, dass ein neue Bestellung eines Masseverwalters in Österreich den Deal mit Vueling gefährden würde. "Kein Masseverwalter wird den Verkauf blockieren."

Drei Millionen Euro sind aufgebraucht

Die IAG-Tochter Vueling hat für Unternehmensteile von Niki 20 Millionen Euro angeboten und zahlt weitere 16,5 Millionen Euro als Überbrückungsdarlehen. Damit soll bis zum geplanten Neustart im März die Betriebsfähigkeit der insolventen Airline erhalten werden. Von dem Darlehen sind laut Insolvenzantrag bislang drei Millionen Euro abgerufen worden.

Juristisch ist noch nicht geklärt, in welchem Land das Hauptverfahren für Niki stattfinden muss. Das Gericht in Korneuburg wird frühestens am Freitag entscheiden, ob ein Sekundärverfahren in Österreich ausreichend ist. In Deutschland steht zudem noch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs in dieser Sache aus.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Niki-Chef Oliver Lackmann geht

Von: pra mit Material von dpa
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