Niki-Deal: Etihad bricht Gespräche mit Tui ab

08.06.2017 - 12:50 0 Kommentare

Die Pläne für ein Joint-Venture aus der Air-Berlin-Tochter Niki und Tuifly sind Makulatur: Etihad bricht die Gespräche mit Tui ab. "Niki stehe nicht mehr zur Verfügung", heißt es bei dem Reisekonzern.

A320 der Niki.  - © © AirTeamImages.com - Matthieu Douhaire

A320 der Niki. © AirTeamImages.com /Matthieu Douhaire

Der Reisekonzern Tui und der Air-Berlin-Großaktionär Etihad haben die Gespräche über ein geplanten österreichisches Gemeinschaftsunternehmen aus der Berliner Touristiktochter Niki und dem Ferienflieger Tuifly abgebrochen. Dies teilten beide Seiten am Donnerstag mit.

"Niki steht nicht mehr für ein Joint-Venture zur Verfügung", sagte Tui-Vorstand Sebastian Ebel. "Etihad strebt offenbar eine Perspektive für das Gesamtunternehmen Air Berlin/Niki an und will Niki nicht länger aus der Air Berlin herauslösen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus einem Schreiben der Tui-Führung an die Mitarbeiter. "Das ist eine andere Grundlage als das, was Etihad und seine Gesellschafter im Dezember 2016 mit uns vereinbart haben."

Auch der Golfcarrier bestätigte: "Etihad hat diese Entscheidung nach vielen Monaten der Verhandlungen nach bestem Wissen getroffen, während welcher Zeit die Parteien nicht in der Lage waren, eine Einigung über die endgültige Ausgestaltung eines solchen Joint Ventures zu erzielen."

"Urlaubsflüge der Air Berlin Group werden nun als separate Geschäftseinheit weitergeführt, unter der Marke Niki", heißt es in der Stellungnahme von Etihad. Weitere Details dieser Struktur würden "zu gegebener Zeit" von Air Berlin bekanntgegeben.

Niki-Verkauf brachte 300 Millionen Euro

Ende 2016 hatte Etihad beschlossen, Niki bei Air Berlin für rund 300 Millionen Euro herauszulösen und mit der Tui-Tochter Tuifly in ein Tourismus-Joint-Venture zu bringen. Air Berlin selbst hatte die Pläne für die Gründung des neuen Ferienfliegers bekanntgegeben. Die neue Gesellschaft sollte mit rund 60 Flugzeugen ein Streckennetz von wichtigen Abflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bedienen.

© Niki, Lesen Sie auch: Der geplatzte Niki-Deal und die Auswirkungen auf Air Berlin

Die neue Fluggesellschaft sollte eigentlich bereits zum Start des Sommerflugplan Ende März abheben. Die Gründung des neuen Ferienfliegers in Österreich verzögerte sich aber immer weiter: Es fehlten bis zuletzt die behördlichen Genehmigungen. Der Kaufpreis war allerdings schon im Dezember anteilig von Etihad an Air Berlin überwiesen worden.

Etihad stellt Beteiligungen auf den Prüfstand

Aber das Ende der Planungen liegt offenbar nicht nur in den behördlichen Schwierigkeiten. Etihad hatte zwischenzeitlich angekündigt, seine Europa-Beteiligungen Alitalia und Air Berlin auf den Prüfstand stellen zu wollen. Kürzlich wurde Airlinechef James Hogan, der die "Etihad Equity Partners" ins Leben gerufen hatte, von einem Interims-Nachfolger abgelöst.

Air Berlin hatte noch Anfang Mai angekündigt, dass der Abschluss des Deals über die Gründung des neuen europäischen Urlaubsfliegers in den nächsten zwölf Monaten zu erwarten sei. Seine von Tuifly mitsamt der Crew geleasten 14 Boeing 737 hat Air Berlin bereits an die Tochter Niki weitergereicht – und bezahlt nach Tui-Angaben weiter dafür.

© AirTeamImages.com, Alun Morris Jones Lesen Sie auch: Wie die Faust aufs Auge Gedankenflug

Von: cs
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