Niki zieht BGH-Einspruch zurück

24.01.2018 - 11:48 0 Kommentare

Dem Kaufvertrag mit Niki Lauda steht nun juristisch nichts mehr im Weg: Niki zieht ihren BGH-Einspruch zurück. Gleichzeitig eröffnet das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ein Sekundärinsolvenzverfahren.

A319 von Niki in Innsbruck - © © AirTeamImages.com - Danijel Jovanovic

A319 von Niki in Innsbruck © AirTeamImages.com /Danijel Jovanovic

Die Geschäftsführung der Niki hat ihren Einspruch beim Bundesgerichtshof (BGH) gegen die Verschiebung des Insolvenzorts von Deutschland nach Österreich zurückgezogen. Dies teilte Lucas Flöther mit, der vom Amtsgericht Berlin-Charlottenburg zum Insolvenzverwalter im Sekundärverfahren ernannt wurde.

"Nun kann der Kaufvertrag endverhandelt und unterschrieben werden", so Flöther. Mit Eröffnung des Verfahrens ist gleichzeitig ein Gläubigerausschuss ernannt worden, der laut Mitteilung noch am Dienstagabend den Verkauf der Niki an Lauda Motion absegnete.

"Rechthaberei nutzt keinem"

Das Landgericht Berlin hatte Anfang Januar in zweiter Instanz einem Antrag des Fluggastrechteportals "Fairplane" stattgegeben, dass die Insolvenz der Niki nicht in Deutschland sondern in Österreich juristisch stattfinden muss. Obwohl bereits ein Vorverfahren in Charlottenburg lief, hat das österreichische Landgericht Korneuburg ein Hauptinsolvenzverfahren in der Sache eröffnet und Ulla Reisch zur Masseverwalterin ernannt.

Diese rief ein neues Bieterverfahren aus, an dessen Ende sich der österreichische Gläubigerverfahren einstimmig für Gründer Lauda als Käufer für Niki aussprach. Obwohl Flöther mehrfach betonte, dass das Verhalten Korneuburgs gegen die europäische Insolvenzordnung verstoße, arbeiteten er und Reisch im Fall Niki eng zusammen. "Rechthaberei nutzt keinem", sagte Flöther nun.

© dpa, Lilli Strauss/AP Lesen Sie auch: "Insolvenzverwalter haben grenzübergreifend effizient gearbeitet" Kurzinterview

"Ein monatelanger Rechtsstreit darüber, wo das Hauptinsolvenzverfahren stattfinden soll, hätte das Ende von NIKI bedeutet", betonte Flöther. "Ein Sekundär-Insolvenzverfahren in Deutschland zu beantragen und die Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts Berlin zurückzuziehen, um eine langfristige Investoren-Lösung zu ermöglichen, war deshalb die einzig richtige Entscheidung."

Von: cs
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