Insolvenzen bringen auch Änderungen in Wien

05.01.2018 - 10:01 0 Kommentare

Die Insolvenzen von Air Berlin und Niki haben auch Auswirkungen auf Eurowings Europe: Am Flughafen Wien muss die Eurowings-Tochter umziehen. Indes gerät der Niki-Verkauf immer mehr in die Zeitfalle.

Schriftzug am Flughafen Wien: Neuordnung nach Insolvenzen. Foto: © Flughafen Wien AG

Die Insolvenzen von Air Berlin und Niki führen zu einer Neuordnung auch beim Betrieb des größten österreichischen Airports: Austrian Airlines gibt zum 1. März die Passagier-Abfertigung von Eurowings Europe am Flughafen Wien ab. Dies sagte ein Sprecher der österreichischen Lufthansa-Tochter im Gespräch mit airliners.de. Bei Austrian sollen aber keine Stellen abgebaut werden, versicherte der Airline-Sprecher.

Airlines in Wien
Angaben in Prozent
Austrian
Airlines
46.5
Eurowings 11.1
Easyjet 4.5
Lufthansa 4.3
Emirates 2.2
Swiss 2.2
British
Airways
2.1
Turkish Airlines 2.1
Niki 2.0
Übrige Airlines 0

Die Grafik zeigt die Verteilung der angebotenen Sitzplatzkapazitäten auf Flügen ab dem Airport Wien im laufenden Winterflugplan bis Ende März. "Übrige Airlines" sind jene mit je weniger als zwei Prozent Anteil. Angaben gerundet. Quelle: ch-aviation, Stand: 5. Januar 2018

Das Passenger-Handling übernimmt fortan die Flughafen Wien AG. Gleichzeitig zieht Eurowings Europe von Terminal 3 in Terminal 1 um. Die tariflose Eurowings Europe betreibt am Airport Wien eine Basis für die Lufthansa-Billigtochter.

Niki-Kauf in Gefahr

Nicht nur am Flughafen Wien hat die Insolvenz von Niki Auswirkungen. Auch musste schnell ein neuer Käufer gefunden werden. Was zu Jahresende noch gut aussah, gerät nun aber in Gefahr.

Denn das juristische Tauziehen um den Gerichtstandort der Niki-Insolvenz könnte die Vueling-Übernahme hinauszögern. Das Fluggastrechteportal "Fairplane" hatte beantragt, dass nicht das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, sondern das Landesgericht Korneuburg für die Abwicklung zuständig ist.

Der vorläufig von der Charlottenburger Kammer bestellte Insolvenzverwalter Lucas Flöther argumentiert hingegen, dass Air Berlin für Niki den Ticketverkauf etc. übernimmt und dadurch hauptsächlich in Deutschland operiert.

Amtsgericht verweist an Landesgericht

Die Berliner-Kammer lehnte den Antrag in erster Instanz ab und übergab ihn dem Landesgericht. Sollte dieses hingegen der Argumentation "Fairplanes" recht geben, müsste der Bundesgerichtshof entscheiden. Im schlimmsten Fall könnte dies laut Experten mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Nachdem die Lufthansa Niki fallen ließ und diese in die Insolvenz rutschte, bemühte sich Flöther um einen Schnellverkauf ("Fire Sale") des Ferienfliegers. Noch kurz vor Jahresende schlug die IAG-Tochter Vueling zu:

© AirTeamImages.com, Chris Jilli Lesen Sie mehr: Kaum Gemeinsames zwischen Niki und Vueling Analyse

Von: cs
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