Neue Triebwerksgenerationen setzen sich durch

"New Engine Option" hat die Nase vorn

21.06.2011 - 18:10 0 Kommentare

Bereits an den ersten zwei Tagen der Paris Air Show konnte Airbus etliche Bestellungen für die neue A320neo-Familie verkünden. Ruhiger ist es im Narrowbody-Segment bei Boeing. Hier steht eine 737-Nachfolger-Entscheidung noch aus. Profitieren kann Bombardier. Ohne Bestellungen bleiben wohl die Chinesen, Russen und Japaner.

A320neo mit Sharklets

A320neo mit Sharklets
© Airbus - Fixion

COMAC C919 Mock-Up auf der Asian Aerospace 2009

COMAC C919 Mock-Up auf der Asian Aerospace 2009
© PD

Mitsubishi Regional Jet (MRJ)

Mitsubishi Regional Jet (MRJ)
© Mitsubishi Aircraft Corporation

Illustration des russischen Jetprojekts MS-21

Illustration des russischen Jetprojekts MS-21
© OAK

Bombardier CS100

Bombardier CS100
© Bombardier

Airbus kann sich in seiner Entscheidung für den A320neo bestätigt sehen. Die verbrauchsärmeren Airbus-Mittelstreckenjets der A320neo-Familie (New Engine Option) entpuppen sich auf der Paris Air Show in Le Bourget als Verkaufsschlager. Seit Messebeginn am Montag konnte der europäische Hersteller bereits hunderte neue Aufträge und Vorverträge für Maschinen der "neo-Familie" verkünden. (Aktuelle Bestellübersicht im airliners.de-Thema zur Paris Air Show)

Boeing hat in Le Bourget bislang dagegen offensichtlich das Nachsehen im wichtigen "Brot und Butter"-Segment der Narrowbodies. Die jüngsten Verkaufserfolge von Airbus beim "A320neo" dürfte nun den Druck auf Boeing erhöhen. Der US-Hersteller hat in Le Bourget die Zukunft der 737 weiterhin offen gelassen und auf die weiterhin enorme Nachfrage für die Boeing 737 verwiesen.

Airbus hatte dagegen sogar zwei A320neo-Großbestellungen von Cebu Pacific und GoAir in den Tagen vor Le Bourget verkündet, obwohl die Hersteller die Messe traditionell gerne für ein Bestell-Schaulaufen nutzen, zumal im Messenachgang gerne Vergleiche gezogen werden.

Das Orderbuch für die Airbus-Jets mit der neuen Triebwerksgeneration nähert sich aber ohnehin bereits sechs Monate nach dem Verkaufsstart der 600er-Marke. Entschieden ist das Rennen allerdings noch lange nicht: In Le Bourget ist bislang noch kein Boeing-Stammkunde zu Airbus gewechselt. Allerdings sind 41 SAS-Bestellungen für die A320neo für Boeing sicherlich zumindest äergerlich. Wirklich interessant wird es, wenn sich Kunden wie Air France/KLM oder auch British Airways/Iberia Gedanken über die Narrowbody-Flotten der Zukunft machen.

Neue Triebwerksgenerationen setzen sich durch

Im Zusammenhang mit einer neuen Triebwerksgeneration, die rund 15 Prozent weniger Kerosin verbrauchen soll, hat sich auch eine neue Konkurrenz zum derzeitigen quasi-Duopol aus Airbus und Boeing entwickelt, wenn es um neue Narrowbodies geht. Unter den Flügeln hängen nämlich nicht nur bei der "neo" von Airbus zukünftig entweder LEAP-X oder PW1100G-Triebwerke.

Das PW1100G ist ein Geared Turbofan-Triebwerk, das auch für die neue Bombardier CSeries, den neuen Mitsubishi Regional Jet (MRJ) sowie die russische Irkut MS-21 eingesetzt werden soll. Weder Japaner noch Russen erwarten aber in Paris neue Bestellungen. Für die CSeries gab es derweil bislang bereits 46 Bestellungen in Le Bourget, darunter von Korean Air und einem noch unbenannten, "großen Network-Carrier", wie die Kanadier mitteilten.

Das LEAP-X des CFM -Joint-Ventures zwischen der US-amerikanischen General Electric und der französischen Snecma ist ein High-Bypass Turbofan ohne Getriebefan und wird neben dem A320neo auch bei der chinesischen COMAC C919 zum Einsatz kommen.

COMAC hatte auf der Messe erklärt, er erwarte im laufenden Jahr weitere Verträge, werde sie aber nicht in Le Bourget verkünden. Bisher lägen rund 100 Bestellungen vor, hatte COMAC-Chef Jin Zuanglong in Le Bourget betont. COMAC hat auf der diesjährigen Air Show erstmals ein Kabinen-Mockup des neuen Kurz- und Mittelstreckenjets außerhalb Chinas vorgestellt.

Am unteren Spektrum des riesigen Marktsegments der Narrowbodies und ohne neue Triebwerksgeneration gibt es auch Angebote von Embraer und dem russische Hersteller Suchoi. Während Embraer einige Neukunden für seine bereits etablierten Programme Embraer 170/190 verkünden konnte, gab Suchoi am Dienstag in Le Bourget bekannt, dass die europäische Zulassung für den Superjet 100 in Kürze erwartet würde. Die Maschine soll dann auch als Geschäftsflieger angeboten werden. Neue Bestellungen wurden aber nicht verkündet.

Von: airliners.de mit dpa
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