Neues Terminal 2 am BER schafft Billigflieger-Kapazitäten

02.05.2018 - 14:23 0 Kommentare

Der Flughafen BER wird schon vor der Eröffnung weiter ausgebaut. Jetzt präsentierte die Flughafengesellschaft Details zum neuen Terminal 2. Mit dem neuen Zweckbau soll sich die Kapazität vor allem für Billigfluglinien deutlich erhöhen.

Der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, erläutert seinen

Der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, erläutert seinen "Masterplan 2040". © dpa

Der BER soll ein weiteres Terminal für sechs Millionen zusätzliche Fluggäste im Jahr bekommen. Geplant ist, vor dem nörlichen Seitenflügel des Hauptterminals ein weiteres Abfertigungsgebäude nach Industriebaustandard hochzuziehen.

"Der BER wird von Beginn an über ausreichende Kapazitäten verfügen", betonte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Mittwoch in Berlin, wo er Details zu dem geplanten Zusatzterminal präsentierte. Durch das neue Terminal bekämen vor allem die immer stärker werdenden Billigfluglinien "optimale Voraussetzungen, mehr Passagiere von und nach Berlin zu fliegen."

Durch das neue Termonal werde die Gesamtkapazität bei der Eröffnung auf 28 Millionen Passagiere erhöht. Zusammen mit dem Flughafen Schönefeld, der bis Ende 2025 in Betrieb sein werde, schaffe der Flughafenstandort dann "gut 40 Millionen Passagiere pro Jahr". Auch künftig werde sich der Ausbau des Flughafens "flexibel und modular" an die künftigen Passagierzahlen anpassen, erklärte Lütke Daldrup.

Aus T1-E wird T2

Das Zusatzterminal vor dem Nordflügel trug bisher das Projektkürzel T1-E, künftig soll es Terminal 2 heißen, kündigte Lütke Daldrup an. Die Ziffer war eigentlich für einen weiteren Neubau gedacht, der später gegenüber dem Terminal 1 entstehen soll. Dieser erhält nun die Nummer 3.

Nach dem jahrelangen Fiasko um den Brandschutz am neuen Hauptstadtflughafen wollen die Betreiber beim Ausbau des Airports aber kein Risiko mehr eingehen, bekräftigte der Flughafen-Chef. So setzt die Betreibergesellschaft beim Bau auf einen Generalunternehmen, das die Bauarbeiten koordinieren und überwachen soll. Eine Vergabeentscheidung wird im Sommer erwartet, wie die Flughafengesellschaft erklärte.

Das neue Terminal werde ein "zweckmäßiges Gebäude", so Lütke Daldrup. Anders als im Hauptterminal soll im Brandfall der Rauch ausschließlich über Klappen auf dem Dach abziehen, nicht durch den Keller. Die Decken im Terminal sollen offen bleiben und so den Blick auf die Leitungen frei halten, die dort verlaufen.

Insgesamt ist es ein zweckmäßiges Gebäude, es ist keine Kathedrale des Verkehrs.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup

Das neue Terminal 2 solle im Sommer oder Spätsommer 2020 fertig sein, rechtzeitig zur geplanten Eröffnung des BER im Oktober des Jahres, sagte Lütke Daldrup. Diese hat sich seit 2011 immer wieder verzögert. Ein Grund dafür ist, dass sich die komplizierte Brandschutzanlage nicht mehr steuern ließ, nachdem das Terminal im Bau mehrfach umgeplant und erweitert wurde. Die Sanierung läuft bis heute.

Das geplante Zusatzterminal unterscheidet sich auch äußerlich sehr von den bestehenden lichten Glas- und Betongebäuden von GMP, dem Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan. Der 240 Meter lange Riegel soll nur wenige Fenster bekommen und sonst komplett mit Metall-Panelen verkleidet werden. Es verdeckt teilweise den Blick auf den Seiten-Flügel des Gerkan-Baus.

Außenansicht des neuen Eingangsbereiches des T2 am BER. Foto: © ATP/amd

Wer in dem Zusatzterminal eincheckt, gelangt über Brücken in die Wartezonen im Nordflügel des Hauptterminals. Theoretisch könnte dieser Bereich auch ohne das Hauptterminal in Betrieb gehen, wo noch immer am Brandschutz gearbeitet wird. Einen solchen Plan verfolgte zeitweise der damalige Flughafenchef Hartmut Mehdorn, musste ihn Anfang 2014 aber begraben, weil der Umbau dessen Genehmigung auf die Schnelle nicht zu bewältigen war.

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: "Die sieben Milliarden sind falsch" Interview

Das neue Terminal ist Teil eines größeren Ausbauplans am BER. Beobachter rechnen dafür mit Kosten von bis zu sieben Milliarden Euro. Die Berliner Flughafengesellschaft will die Kapazität des neuen Flughafens bis 2030 auf 48 Millionen Passagiere pro Jahr verdoppeln. Bis 2040 sollen es 55 Millionen sein.

Von: dpa/AFP, dh
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