Neues Millionenloch bei Alitalia aufgedeckt

18.07.2017 - 13:01 0 Kommentare

Insider geben einen Einblick, wie marode Italiens einstige Staatsairline wirklich ist. So verbrannte Alitalia allein in den ersten beiden Monaten des Jahres einen dreistelligen Millionenbetrag.

Schriftzug der Alitalia auf einer Boeing 777. - © © AirTeamImages.com - Daryl Chapman

Schriftzug der Alitalia auf einer Boeing 777. © AirTeamImages.com /Daryl Chapman

Der italienischen Fluggesellschaft Alitalia ging es zuletzt wohl finanziell schlechter als gedacht. Die Europa-Beteiligung des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad machte allein in den ersten zwei Monaten des Jahres rund 200 Millionen Euro Verlust. Dies ist ungefähr die Hälfte des Verlustes im Gesamtjahr 2016, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa und beruft sich auf mehrere Unternehmensinsider.

Die einstige Staatslinie steckt seit Jahren in der Krise. Alitalia meldete Anfang Mai Insolvenz an, nachdem die Mitarbeiter mehrheitlich gegen einen neuen Sparplan gestimmt hatten. Seit dem steht die Airline unter italienischer Sonderverwaltung. Der Staat sucht nun einen Käufer für Alitalia.

Easyjet hat Interesse an Alitalia

In einem ersten Schritt hatten rund 30 Fluggesellschaften Interesse an der ehemaligen Staatsairline bekundet - viele von ihnen wohl nur, um Einblick in die Bücher von Alitalia zu bekommen, mutmaßen Finanzexperten.

Marktanteile bei Flügen aus Italien
in Prozent
Ryanair 23
Alitalia 20
Easyjet 10
Vueling 4
Meridiana Fly 3
restliche Airlines 40

Angebotene Sitzplatzkapazitäten der Fluggesellschaften bei Flügen aus Italien (in Prozent). Die Angaben beziehen sich auf den laufenden Sommerflugplan (bis Ende Oktober). Der Anteil der restlichen Airlines beträgt jeweils weniger als drei Prozent. Quelle: CH Aviation, Stand 18. Juli

Zu den Interessenten gehört auch Easyjet. Deren scheidende Chefin Carolyn McCall begründete den Schritt damit, dass Italien ein interessanter Markt sei. Easyjet sehe hier weitere Möglichkeiten, so die Managerin.

Offizielle Angebote können bis Oktober eingereicht werden. Findet sich bis dahin kein Käufer, wird Alitalia zerschlagen. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte sich zuletzt dagegen ausgesprochen.

© Jane Barlow/PA Wire/dpa, Lesen Sie auch: Ryanair-Chef: "Wir wollen, dass Alitalia überlebt"

Von: cs
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