Neues Klimatisierungssystem kommt ohne Zapfluft aus

19.07.2016 - 11:27 0 Kommentare

Ein neues elektrisches Flugzeug-Klimatisierungssystem von Liebherr-Aerospace verwendet Außen- statt Zapfluft. Es sollte so schnell wie möglich auf den Markt kommen, findet die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo).

Von Liebherr-Aerospace entwickeltes und gefertigtes elektrisches Klimatisierungssystem. - © © Liebherr-Aerospace -

Von Liebherr-Aerospace entwickeltes und gefertigtes elektrisches Klimatisierungssystem. © Liebherr-Aerospace

Liebherr-Aerospace Toulouse hat ein neues elektrisches Klimatisierungssystem entwickelt. Im Juli wurde es an Bord des Airbus "Flight Lab", einem speziell für Forschungs- und Testzwecke ausgerüsteten Airbus A320, erfolgreich getestet, teilte das Liebherr-Kompetenzzentrum für Luftmanagementsysteme mit.

Das System ist zentraler Bestandteil des Wärme- und Energiemanagement-Prozesses im "More Electric Aircraft" und im Rahmen der EU-Aktion "Systems for Green Operations (SGO) Platform" entwickelt und getestet worden. Die Leistungselektronik nutzt Synergieeffekte mit anderen elektrischen Verbrauchern, um die Gesamtstromversorgung an Bord des Flugzeugs zu optimieren, wie es weiter hieß. Es soll dazu beitragen, dass der Treibstoffverbrauch und die Treibhausgasemissionen verringert werden.

Weitere Besonderheit: Das Klimatisierungssystem verfügt über einen neuartigen Turbokompressor, der Außen- statt Zapfluft verwendet. Ein Punkt, den die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) in einer Mitteilung am Dienstag begrüßte. Nun komme es darauf an, dass schnellstmöglich die Marktreife erreicht werde, damit eine Gesundheitsgefahr für das fliegende Personal und die Passagiere abgewendet werden könne, so Christiane Donath, Mitglied der AG Gesundheit der Ufo.

Bislang wird in fast allen Passagierflugzeugen die Kabinenluft aus den Triebwerken abgezapft. Dabei können auch Giftstoffe in das Flugzeuginnere gelangen. Neben der Ufo setzt sich auch die Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit bereits seit längerem dafür ein, dass das Risiko von derartigen sogenannten Fume Events für Crew und Passagiere durch entsprechende Technik gesenkt wird.

© dpa, Swen Pförtner Lesen Sie auch: Göttinger Forscher finden Schadstoffe in Luft von Flugzeugkabinen

Von: gk
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