Neues Boeing-Midsize-Flugzeug ohne Rolls-Royce-Triebwerke

28.02.2019 - 15:33 0 Kommentare

Rolls-Royce wird keine Triebwerke für das geplante "New Midsize Airplane" von Boeing entwickeln. Der Triebwerksbauer nennt den engen Zeitplan als Grund für die Absage.

Rolls-Royce-Triebwerk Trent XWB. - © © AirTeamImages.com - Ido Wachtel

Rolls-Royce-Triebwerk Trent XWB. © AirTeamImages.com /Ido Wachtel

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce zieht sich aus dem Rennen um den Antrieb für Boeings geplantem "Middle of the Market"-Passagierjet zurück.

Die neue Triebwerkstechnik werde nicht wie von Boeing verlangt im Jahr 2025 fertig sein, teilte Rolls-Royce am Donnerstag in London mit. Die Briten hoffen nun, dass ihr Triebwerk der nächsten Generation bei einem Großraumjet zum Einsatz kommt, der in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts herauskommt.

Boeing denkt seit mehreren Jahren laut über die Entwicklung eines mittelgroßen Passagierjets nach, der die Lücke zwischen Langstreckenjets wie der Boeing 787 "Dreamliner" und den Mittelstreckenjets der 737-Reihe füllen soll. Dieses "New Midsize Airplane" (NMA) wird bereits unter dem inoffiziellen Namen Boeing 797 gehandelt.

© AirTeamImages.com, Christian Gonzalez Lesen Sie auch: "Middle of the Market": Airbus rüstet gegen Boeing auf

Boeing hat aber noch nicht entschieden, ob die Maschine wirklich gebaut wird. Auch das Bündnis aus der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney und dem Münchner Triebwerksbauer MTU macht sich Hoffnung, die Triebwerke für den neuen Jet liefern zu dürfen.

Rolls-Royce verpasst Auslieferungszahlen

Rolls-Royce-Chef Warren East musste am Donnerstag außerdem den Aktionären erklären, dass der Konzern 2018 seine Auslieferungsziele verpasst hat. Zudem drückten hohe Sonderlasten von 1,3 Milliarden britischen Pfund (1,5 Mrd. Euro) auf die Bilanz. Dazu gehörte eine Abschreibung wegen der Produktionseinstellung beim weltgrößten Passagierjet A380 und Kosten wegen konstruktionsbedingter Triebwerksprobleme bei der Boeing 787.

Unterdessen konnte der Konzern seinen Umsatz um sieben Prozent auf 15,7 Milliarden Pfund steigern, und der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn verdoppelte sich auf 616 Millionen Pfund. Unter dem Strich sackte Rolls-Royce auch aufgrund der Sonderkosten tief in die roten Zahlen. Der Nettoverlust lag bei 2,4 Milliarden Pfund nach 3,4 Milliarden Gewinn ein Jahr zuvor.

© Rolls-Royce, Lesen Sie auch: Wenn Nano-Roboter durchs Triebwerk krabbeln Hintergrund

Von: dpa
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