Neue Diskussionen um Zukunft der ILA Air Show

12.11.2014 - 13:01 0 Kommentare

Wie wird die Berliner Luftfahrtmesse ILA zukünftig aussehen? Die Messegesellschaft der Stadt will die defizitäre Air Show offenbar neu konzipieren, um Kosten zu reduzieren. Auch ein Umzug der ILA scheint möglich.

Ein Mann hängt in Berlin Werbeplakate zur ILA 2014 auf.

Ein Mann hängt in Berlin Werbeplakate zur ILA 2014 auf.
© dpa - Wolfgang Kumm

Besucher der ILA Berlin Air Show 2014.

Besucher der ILA Berlin Air Show 2014.
© dpa - Wolfgang Kumm

Ein Mann geht auf der ILA an einem Triebwerk vom Typ Pratt & Whitney PW 1500 G vorbei.

Ein Mann geht auf der ILA an einem Triebwerk vom Typ Pratt & Whitney PW 1500 G vorbei.
© dpa - Wolfgang Kumm

Besucher im ILA-CareerCenter.

Besucher im ILA-CareerCenter.
© Messe Berlin

Die Luft- und Raumfahrtmesse ILA gilt als Publikumsmagnet. Zuletzt waren auf dem Messegelände im Süden Berlins knapp 230.000 Besucher gezählt worden. Dennoch ist die alle zwei Jahre stattfindende Messe ein Zuschussgeschäft.

Das will die Messe Berlin nun offenbar nicht mehr mittragen, erfuhr airliners.de aus Messe-Kreisen. Angeblich ging es alleine bei der landeseigenen Berliner Messegesellschaft um Zuschüsse in Millionenhöhe. Das Land Brandenburg hatte zuletzt eine öffentliche Förderung für die Air Show in Höhe von rund zwei Millionen Euro verteidigt.

Messe-Direktor Stefan Grave muss gehen

Hintergrund der aktuellen Diskussionen um die Ausgestaltung der ILA zwischen der Messegesellschaft und dem Veranstalter, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), ist offenbar auch ein Personalwechsel im ILA-Management. So hat der bisherige ILA-Direktor Stefan Grave das Unternehmen kürzlich verlassen. Unter neuer Leitung geht es dann um eine Neuausrichtung der Veranstaltung.

Die ILA werde auch 2016 in Berlin stattfinden, sagte ein Messesprecher auf Anfrage. Jede Veranstaltung stehe jedes Mal erneut auf dem Prüfstand. Dabei würde von allen Beteiligten stets von Neuem auf die wirtschaftlichen Erfordernisse, die Markt- und Kundenbedürfnisse geschaut.

Damit scheint zumindest möglich, dass die ILA deutlich schrumpfen wird, allein um die Kosten in den Griff zu bekommen. Als teuer gelten neben dem vor allem für das Publikum interessanten Flugvorführungen auch die zahlreichen temporären Messehallen für das umfangreiche ILA-Konferenzprogramm und das CareerCenter.

Darüber hinaus gibt es spätestens ab 2018 durchaus noch weitaus größere Probleme für die ILA in Berlin: So wurde die Messe in den vergangenen Jahren am Rand des Flughafens Schönefeld ausgerichtet. Sobald aber der boomende Berliner Flugbetrieb zum neuen "Single-Airport" BER umzieht, wird es für ein Messe-Flugprogramm im gewohnten ILA-Umfang am selben Ort kaum Zeit und Platz geben.

Diskussionen um Leipzig als ILA-Standort

Damit könnte es spätestens zur ILA 2018 ohnehin neue Diskussionen über den ILA-Messestandort geben. Eigentlich gibt es einen Vertrag zwischen dem BDLI und der Messe Berlin, der bis 2020 gilt. Bereits mit dem Bau des neuen Hauptstadtflughafens musste allerdings vor vier Jahren ein neuer Standort für die ILA gefunden werden.

Im Gespräch als Alternativstandort war damals Leipzig - eine Option, die zukünftig auch wieder möglich scheint. Zwar hatten Berlin und Brandenburg sowie der BDLI den Verbleib der Messe in der Hauptstadtregion favorisiert. Lange wurde aber keine Einigung über die Finanzierung eines neuen Standorts gefunden. Der BDLI als Veranstalter drohte daraufhin mit der Abwanderung der ILA. Letztendlich wurde ein neues Messegelände direkt am neuen Hauptstadtflughafen entwickelt.

© Landtag Brandenburg, privat Lesen Sie auch: Brandenburg verteidigt Zuschüsse für Luftfahrtschau ILA

Die deutsche Luft- und Raumfahrtausstellung ILA fristet bereits seit langem ein Dasein im Schatten der großen europäischen Luftfahrtmessen im französischen Le Bourget und im britischen Farnborough. Während die Industrie die beiden anderen Messen regelmäßig für die Verkündigung neuer Geschäftsabschlüsse nutzt, macht die ILA vor allem als Luftfahrtshow für ein Massenpublikum von sich reden.

Von: airliners.de
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