Neuer Schweizer Billig-Airline fehlt Startkapital

21.01.2019 - 09:37 0 Kommentare

Den Gründern der neuen Schweizer Billig-Airline Swiss Skies mangelt es an Startkapital. Bis Ende vergangenen Jahres wollten sie die Hälfte des erforderlichen Kapitals sammeln - das hat nicht geklappt.

Flugzeug am Abendhimmel. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Flugzeug am Abendhimmel. © dpa /Frank Rumpenhorst

Der Start der neuen Schweizer Langstrecken-Billig-Airline Swiss Skies verzögert sich weiter. Grund sind offenbar Schwierigkeiten bei der Investorensuche. So berichten verschiedene Schweizer Medien, dass die vier Gründer ihr selbstgestecktes Ziel, 50 Millionen Franken (rund 44 Millionen Euro) bis Ende des vergangen Jahres einzusammeln, nicht erreicht hätten. Um die Airline in die Luft zu bringen, benötigen sie rund 100 Millionen Franken.

Nach einem Bericht des "Tages-Anzeiger" verläuft die Investorensuche langsamer als Swiss-Skies-Manager - zu denen ein ehemaliger CCO von Niki und ein ehemaliger Ryanair-Pilot gehören - geplant hatten. Als Gründe gaben sie unter anderem einen schlechteren wirtschaftlichen Ausblick, steigende Treibstoffkosten, globale Handelsbeschränkungen und politische Unsicherheiten wie beispielsweise den Brexit an. Dennoch halten die Macher weiter an den Planungen für den neuen Schweizer Langstrecken-Carrier fest.

"Das Team von Swiss Skies arbeitet weiterhin intensiv an allen notwendigen Vorbereitungen für den Aufbau des Unternehmens und den Beginn des Zertifizierungsprozesses", sagte ein Unternehmenssprecher. Über "substanzielle Neuerungen" will man zum Ende des ersten Quartals berichten.

Gewerkschaft sieht Gründung schwierig

Die Schweizer Pilotengewerkschaft Aeropers sieht die Gründung einer weiteren Billig-Airline kritisch. Die Pleiten von VLM, Primera und Skyworks deuteten darauf hin, dass die europäische Luftfahrtbranche eher vor einer Konsolidierungswelle stehe. Ein Aeropers–Sprecher sagte, dass sich mit den finanziellen Schwierigkeiten der Germania einmal mehr gezeigt habe, dass das Geschäftsmodell von tiefen Preisen auf Kosten der Mitarbeiter nicht nachhaltig sei.

Swiss Skies möchte das Low-Cost-Konzept auf die Langstrecke übertragen. So sollen die Ticketpreise rund 30 Prozent unter denen der Konkurrenz liegen. Dazu setzen die Macher auf eine homogene Flotte der neuesten Narrowbody-Jet-Generation, wie den Airbus A321 Neo.

© dpa, F. Rumpenhorst, Lesen Sie auch: Neue Schweizer Langstrecken-Airline sucht Investoren

Zusätzlich wollen die Schweizer nur Point-to-Point-Verbindungen anbieten. Für Verpflegung und Gepäck wird der Low-Coster Zusatzgebühren verlangen. Vom Heimatflughafen Basel/Mulhouse wollen die Macher mit Verbindungen an die Ostküste der USA starten. Geplant sind transatlantische Business- und Ferienziele. Später will man dann von verschiedenen europäischen Airports 45 Ziele auf fünf Kontinenten anfliegen.

Von: br
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