Neuer Frachtflug zwischen München und South Carolina ab November

25.07.2016 - 12:10 0 Kommentare

Der Logistiker Senator International plant einen neuen Linien-Frachtdienst über den Atlantik. Die Flüge vom Flughafen München werden eine Art BMW-Shuttle sein. Welche Frachtfluglinie den Zuschlag erhält, ist noch offen.

Blick auf den Flughafen München. - © © dpa - Peter Kneffel

Blick auf den Flughafen München. © dpa /Peter Kneffel

Der Hamburger Logistiker Senator International hat einen neuen Linien-Frachtdienst zwischen der bayerischen Metropole und dem Flughafen Greenville-Spartanburg (GSP) im US-Bundesstaat South Carolina angekündigt. Name des Projekts: "Senator Atlantic Bridge". Es handelt sich um einen Zwei-Wege-Verkehr, den Senator laut Branchenportal Cargo Forwarder Global hinsichtlich des Sendungsaufkommens komplett in Eigenregie managen will, also sowohl bei den Hin- als auch den Rückflügen.

Als Starttermin für den Erstflug ist der 5. November vorgesehen; anschließend sollen die Frachter immer mittwochs und sonnabends von München nach Greenville-Spartanburg abheben. Laut Cargo Forwarder Global sind die Flüge eine Art BMW-Shuttle, da der bayerische Autohersteller sowie dessen europäische Zulieferer die Masse der Sendungen beisteuern wird. BMW hat ein Werk in Spartanburg, wo Modelle der X-Serie für den nordamerikanischen Markt hergestellt werden, wodurch auch vielfache Retoursendungen anfallen.

Luftfahrtindustrie als weitere Zielgruppe interessant

Darüber hinaus sind nach Aussage von Senator-Chef Tim Kirschbaum ebenfalls Firmen der Luftfahrtindustrie als Zielgruppe für den kommenden Transatlantikdienst interessant, da diese in South Carolina und den benachbarten US-Bundesstaaten stark vertreten seien, betont Kirschbaum.

Noch nicht entschieden ist, welche Frachtfluglinie den Zuschlag von Senator erhalten wird. Der beim Logistiker für das operationelle Geschäft zuständige Ralf Schneider sagte, sein Unternehmen habe den Dienst ausgeschrieben und Bewerbungen von sechs Kapazitätsanbietern erhalten.

Von diesen seien drei in die engere Auswahl gekommen, mit denen jetzt verhandelt werde. Namen nannte Schneider aufgrund der Vertraulichkeit der Gespräche nicht. Er fügte jedoch hinzu, dass spätestens Mitte September die Entscheidung für den zukünftigen Airline-Partner fallen wird.

Eingesetzt wird wohl eine Boeing 747-400F oder -8F

Bei dem ab November eingesetzten Flugzeugmuster dürfte es sich nach Informationen von airliners.de um eine Boeing 747-400F oder die größere Schwester -8F handeln.

Schneider sagte, dass Zuladungen durch andere Logistiker zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber nach aktuellem Planungsstand nicht vorgesehen seien. "Wir trauen uns zu, die Frachtflugzeuge in Eigenregie sowohl auf der West- als auch der Ostroute zu füllen", betonte er.

Bei der Münchner Flughafengesellschaft begrüßt man den neuen Dienst. Er zeige, "dass wir als Standort zunehmend interessant für Vollfrachter werden", sagte Sprecher Ingo Anspach.

Von: Heiner Siegmund
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