Neue Warnstreiks im Tarifstreit um Hamburger Bodendienstleister

13.03.2019 - 12:15 0 Kommentare

Nach den weiterhin ergebnislosen Tarifverhandlungen für die Bodenverkehrsdienste am Flughafen Hamburg hat Verdi die Beschäftigten für Donnerstag zum Warnstreik aufgerufen. In Hamburg sind gerade Ferien.

Ein Verdi-Mitglied steht im Hamburger Flughafen. - © © dpa - Georg Wendt

Ein Verdi-Mitglied steht im Hamburger Flughafen. © dpa /Georg Wendt

Der Hamburger Flughafen wird am Donnerstag bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal von 12.30 Uhr an bis Betriebsschluss um Mitternacht zu einem Warnstreik aufgerufen, um den Druck im laufenden Tarifkonflikt zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund der Hamburger Schulferien werde im wesentlichen die Spätschicht zum Warnstreik aufgerufen, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

"Den erneuten Streik in den Hamburger Schulferien halten wir für verantwortungslos und ungerecht, da er vor allem die jetzt reisenden Familien trifft", sagt Katja Bromm, Pressesprecherin am Hamburg Airport. Im Streikzeitraum seien insgesamt 251 Flüge geplant. Damit werde der Streik zum wiederholten Male auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen. "Dass das Verständnis der Flugreisenden dafür sinkt, können wir gut nachvollziehen."

Nächste Verhandlungsrunde am 20. März

In dem Konflikt über Einkommenszuwächse für das Bodenpersonal des Hamburger Flughafens hatten sich die Tarifparteien am Dienstag zuletzt für Sondergespräche getroffen. Vertreter des Flughafens wollten sich nicht zu den Inhalten äußern. Die Gewerkschaft Verdi erklärte, dass Stillschweigen vereinbart worden sei.

Nach fünf ergebnislosen Tarifrunden soll am 20. März wieder verhandelt werden. Die Tarife werden in Hamburg für fast 1000 Beschäftigte in der Gepäckabfertigung, der Flugzeugreinigung und im Bustransfer ausgehandelt. Die Dienste sind in der HAM Ground Handling gebündelt.

Die Arbeitnehmervertreter forderten zuletzt eine Tariferhöhung von acht bis zwölf Prozent, bei einer Laufzeit von 20 Monaten, sowie angemessenere Zeit- und Schichtzuschläge. Die Arbeitgeberseite hat nach eigenen Angaben eine Lohnerhöhung von 7,0 Prozent angeboten, bei 24 Monaten Laufzeit.

Arbeitgeber sehen Geschäftsmodell in Gefahr

In einer boomenden Stadt, in der alles teurer werde, sei es unwürdig, mit Bruttoverdiensten von unter 2000 Euro auskommen zu müssen, hatte die stellvertretende Verdi-Chefin Sieglinde Frieß nach den ergebnislosen Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche gesagt. Die Gewerkschaft forderte die Stadt auf, eine Eskalation des Tarifkonflikts zu verhindern und schloss einen erneuten Warnstreik nicht aus.

"Wir sind über diesen Stil und diese Vorgehensweise schockiert", sagte dagegen HAM Ground Handling Geschäftsführer Christian Noack. Er hoffe sehr, "dass wir uns noch mit den Gewerkschaften einigen, ohne unser Geschäftsmodell grundsätzlich in Frage stellen zu müssen." Die monatlichen Löhne inklusive der Zulagen seien schon jetzt vergleichbar mit anderen Branchen wie dem Handwerk oder der Logistikbranche.

Am 4. Februar hatte ein ganztägiger BVD-Warnstreik den Hamburger Flughafen lahmgelegt. Mehr als die Hälfte aller Flüge waren ausgefallen und 50.000 Passagiere vom Ausstand betroffen.

Von: dh mit dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus