Neue Schweizer Langstrecken-Airline sucht Investoren

10.09.2018 - 16:54 0 Kommentare

In Basel will eine Gruppe von Airline-Managern eine neue Fluggesellschaft für günstige Langstrecken starten. Das Startup mit dem Projektnamen "Swiss Skies" soll aber nicht nur vom Dreiländer-Airport aus abheben.

Ein Flugzeug startet vor zwei Kondensstreifen - © © dpa, F. Rumpenhorst -

Ein Flugzeug startet vor zwei Kondensstreifen © dpa, F. Rumpenhorst

Unter dem Projektnamen "Swiss Skies" will eine Gruppe von Luftfahrt-Managern in Basel eine Langstrecken-Airline gründen. Das berichtet die "Financial Times" (FT). Geplant seien zunächst Transatlantik-Direktverbindungen in die USA. Starten soll die Airline bereits Mitte kommenden Jahres - sofern rund 100 Millionen Euro Startkapital zusammenkommen.

Laut einem Bericht der Schweizer "Blick" gibt es bereits am Donnerstag dieser Woche ein Treffen potenzieller Investoren in Basel. Auch der Flughafen bestätigt gegenüber der Zeitung Gespräche. Die seien allerdings noch "in einem sehr frühen Stadium".

Nach Angaben der FT stehen hinter den Baseler Plänen unter anderem ein freiberuflicher Ryanair-Kapitän aus Brasilien sowie der Luftfahrt- und Wirtschaftsberater Armin Bovensiepen. Aktuell ist Bovensiepen Partner bei der deutschen Consultingagentur Unex und hat in Berlin eine eigene Beratungsgesellschaft.

In der Branche ist Bovensiepen bekannt als ehemaliger Chief Commercial Officer bei Niki und Sales-Manager bei Air Berlin. Zuvor hatte der Manager für den Lufthansa-Konzern gearbeitet.

Direktflüge im Point-to-Point-Verkehr

Den Informationen nach soll die neue Airline nicht nur von Basel aus operieren, sondern auch von anderen EU-Flughäfen aus abheben. Geplant seien neben transatlantischen Business- und Leisure-Destinationen auch Ziele in Asien. Zum Einsatz kommen sollen Narrowbody-Jets mit großer Reichweite, wie etwas die neue A321neo.

Mit einer homogenen Flotte und einer reinen Point-to-Point-Operations soll die neue Fluggesellschaft den Berechnungen der Gründer nach rund 30 Prozent günstigere Tarife anbieten können als beispielsweise Swiss. Hinzu kommen den Informationen der FT zufolge Zusatzgebühren etwa für Gepäck und Verpflegung.

Die Startup-Airline setzt damit auf die neuen Möglichkeiten für direkte Langstreckenverbindungen, die sich durch eine neue Generation von relativ kleinen Flugzeugen ergeben. Sowohl die Langstreckenversionen des Airbus A321neo als auch die neuen Flugzeuge der Boeing-737-MAX-Reihe können Dank spritsparender Triebwerke weite Strecken bewältigen. Das war zuvor nur mit weitaus größeren Flugzeugen möglich, die allerdings zu viele Plätze für einen effizienten Einsatz auf Sekundärmärkten bieten.

© AirTeam Images, Artyom Anikeev Lesen Sie auch: Billigflieger drängen auf die Langstrecke Ausblick

Beispiele für neue Routen sind die Transatlantik-Direktverbindungen des kanadischen Billigfliegers Westjet zwischen Halifax und Glasgow und die US-Flüge von Norwegian ab Bergen. Aber auch von Deutschland aus kommen die neue Narrowbodies mit der großen Reichweite bald zum Einsatz: So hat Primera gerade etliche Routen in Richtung Nordamerika von Berlin und Frankfurt aus mit Boeing 737 MAX 9 angekündigt.

Von: dh
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